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Rocking and roaring: Lofer-Rodeo 2018 & Tag der Saalach

Ein voller Erfolg war das Wochenende von 14. bis 16. September 2018 für die Whitewater Slaves Lofer e.V.: 149 Teilnehmer aus zwölf Nationen stürmten in bester Partylaune das Lofer-Rodeo. Rund 180 Paddler, Stand Up Paddler und Rafter zogen beim „Tag der Saalach“ gemeinsam am Stock, um gegen ein geplantes Ausleitungskraftwerk in Unken zu protestieren.  

Zu wenig Startnummern und zu wenig Bier! Trotz einer sehr optimistischen Planung übertraf das Lofer-Rodeo der Whitewater Slaves Lofer e.V. im Salzburger Saalachtal am 14. und 15 September 2018 alle Erwartungen. 149 Teilnehmer aus Österreich, Deutschland, Italien, der Schweiz, Frankreich, Tschechien, Slowakei, Schweden, Großbritannien, Irland, Kanada und Neuseeland hatten sich für den Boatercross  auf der Saalach angemeldet. Nach den Regenfällen der Vorwoche begeisterte die Slalomstrecke mit einem perfekten, sportlichen Wasserstand, zudem lachte pünktlich zu den Head-to-Head-Läufen die Sonne vom Himmel – ideale Bedingungen, um den zahlreichen Zuschauern an der Strecke eine spannende und spektakuläre Paddel-Show zu bieten.

Abb. (2): Anna Girstmaier

 

Daniel Klotzner verteidigt seinen Titel 

Im Finale der K1-Herren geriet Titelverteidiger Daniel Klotzner aus Italien im Kampf um die schnellste Linie fast unter die Boote seiner Rivalen. Dennoch blieb der Titelverteidiger auf Kurs, während Gregor Becke (AUT) und Michal Buchtec (CZE) das Manöver mit einem Torfehler bezahlten. Der Kampf um den Titel lautete damit Klotzner gegen Andreas Brunner (AUT), wobei der Österreicher den starken Klotzner nach einem weiteren Zweikampf beim entscheidenden Pflicht-Tor in der "Glaser-Kurve" ziehen lassen musste.

Auch die K1-Damen machten sich ihr Rennen im Pflicht-Kehrwasser aus. Susanna Halbach (AUT) büßte im Gedränge ihre bis dahin deutliche Führung ein und musste sich Pavlína Zástěrová (CZE) und Lena Grüb (GER) geschlagen geben. Denise Rebenegger (AUT) belegte Rang 4. 

In der erstmals beim Lofer-Rodeo durchgeführten Klasse C1 unisex verpasste Sabrina Barm (FRA) nur knapp die Sensation. Nach anfänglichen Problemen im Slalom-S setzte sie nach einem Gerangel im Pflicht-Kehrwasser als erste zum Zielsprint an. Ihr Vorsprung war groß, doch die Welle an der Einfahrt zum Ziel-Kehrwasser verpatzte der Französin den Sieg und C1-Routinier Martin Karabec aus Tschechien zog auf der Ideallinie an Barm vorbei. Platz 3 ging an Vilem Klepac (CZE) vor Bernhard Steidl (AUT).   

 

Party bis die Bar kracht – und weiter! 

Schon in den 1990er-Jahren war das Ur-Lofer-Rodeo legendär für gute Stimmung und ausgelassene Partys. 25 Jahre später hat sich daran nichts geändert. Das Sundowner Clubbing am Freitagabend lockte Teilnehmer und Besucher gleichermaßen an die illuminierte Saalach. Die letzten Paddler wurden gegen 01:30 Uhr am Wasser gesichtet. 

Am Samstagabend steppte der Bär im Partystadel, der schier aus allen Nähten platzte. Kurz vor Mitternacht krachte die gesamte Bar unter dem Gewicht von rund 40 tanzenden Paddlern und auch das Bier versiegte – entgegen aller Erwartungen – viel zu früh. Ausgelassen gefeiert wurde trotzdem bis in die späten Morgenstunden. 

Auch die Siegerehrung gehört beim Lofer-Rodeo zu den Highlights. Immerhin werden die Hauptpreise unter allen Teilnehmern ausgelost. Diesmal ging es dabei um einen Exo Rexy und einen Prijon Cocaine, bei deren Vergabe aber nicht nur das Losglück entschied. Während sich Exo-Gewinnerin Anna Sokolova noch im Schnick-Schnack-Schnuck behaupten durfte, musste Jonas Wiser für den Prijon hart ran. Maßkrug-Stemmen war angesagt und ließ den drei ausgelosten Jungs im Fight gegen die Schwerkraft Nerven und Gesichtszüge entgleiten. 

Abb. (2): Florian Hartmann

 

Gemeinsam für freie Flüsse

Auch ein bisschen Ernst war 2018 beim Lofer-Rodeo mit dabei. Aktuell bedrohen Kraftwerkspläne in Unken einen rund sieben Kilometer langen Einsteiger-Abschnitt zwischen Unken und Schneizelreuth. Aus diesem Grund setzten die Loferer Paddler die Patagonia-Dokmentation „Blue Heart“  aufs Event-Programm. Der Film hat die Verbauung der letzten Wildflüsse Europas am Balkan zum Thema und wurde im einmaligen Open-Air-Kino am Saalachufer am Freitagabend gespannt verfolgt. 

Der Alpine Kajak Club AKC unterstützte zudem mit seinen Food Stations und dem Verkauf der neuen AKC-T-Shirts den „Free Rivers Fund“ sowie die noch junge Bürgerinitiative zur Rettung der Saalach. Die erste Auflage der T-Shirts ist nach dem Wochenende vergriffen. Weitere gibt’s in Kürze wieder bei AKC-Präsident Jobst Hahn. 

Abb.: Judith Hackinger

Abb.: Marco Kruis

 

Protestpaddeln beim Tag der Saalach 

Ein beeindruckendes Statement für freie Flüsse war die Gemeinschaftsfahrt am Sonntag zum „Tag der Saalach“, einer Infoveranstaltung der Bürgerinitative „Wasser ist Leben – Rettet die Saalach“ zum geplanten Ausleitungskraftwerk. Rund 180 Paddler, Stand-up-Paddler und Rafter schlossen sich AKC-Präsident Jobst Hahn und Judith Hackinger von den Whitewater Slaves Lofer e.V. an, um zahlreich und lautstark gegen die Verbauungspläne zu protestieren und ein Zeichen für freie Flüsse zu setzen. Trotz dieses Erfolges bleibt im Moment nur zu hoffen, dass das Saalachtal in Salzburg und Bayern auch weiterhin als ein zusammenhängendes Wildwasserrevier für Einsteiger und Experten erhalten bleibt. 

Abb.: FOTObyKLOTZI

 

Save the date: Das Lofer-Rodeo 2019 steigt am 13. und 14. September 2019

Ergebnisse: 

Boatercross K1 Herren

1. Daniel Klotzner (ITA)
2. Andreas Brunner (AUT)
3. Gregor Becke (AUT)
4. Michal Buchtec (CZE)

Boatercross K1 Damen

1. Pavlina Zasterova (CZE)
2. Lena Grüb (GER)
3. Susanna Halbach (AUT)
4. Denise Rebenegger (AUT)

Boatercross C1 Unisex

1. Martin Karabec (CZE)
2. Sabrina Barm (FRA) 
3. Vilem Klepac (CZE)
4. Bernhard Steidl (AUT) 

 

 

 

 

 

 

 

 

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