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Paddeln in Oman

Auf Tuchfühlung mit Delfinen

Zerklüftete Felsen und breite Fjorde: Die Landschaft im Norden Omans wird nicht ohne Grund auch als das »Norwegen Arabiens« bezeichnet. Berühmt ist die Region Musandam aber auch für die Delfine – bei einer Kajaktour kann man ihnen ziemlich nah kommen, wie Anna Rettig zu berichten weiß.

Text/Bilder: Anna Rettig

Mohammed wartet schon auf uns. Wir haben uns gerade von Julaha und ihrer Familie verabschiedet, als ihr Nachbar zwei Häuser weiter uns begrüßt und ebenfalls herein bittet. Wir kennen uns alle nicht, und doch möchte der ältere Herr uns gern einladen. Europäische Besucher verirren sich hier schließlich nicht allzu oft in diesen kleinen Ort am nördlichsten Rand des Omans. Wenige Momente später schenkt uns Mohammed kleine Becher mit dampfendem Kardamon-Kaffee ein und hält uns eine Schale mit saftigen, omanischen Datteln hin.

Wir sind in Sibi, einem winzigen Fischerdorf der Region Musandam. Menschen leben hier nur wenige, dafür ist die Gegend wegen ihrer Fjorde auch als »Norwegen Arabiens« bekannt – ideal für eine Paddeltour, bei der wir in den kommenden Tagen imposante Felsformationen, einsame Inselchen und jede Menge Delfine sehen und einen spannenden Einblick in diese orientalische Kultur bekommen werden.

Musandam ist eine der weltweit wenigen Exklaven: Die Region gehört zum Oman, ist aber durch die Vereinigten Arabischen Emirate vom Rest des Lands getrennt. Für den Oman ist dieser Landzipfel allerdings von strategischer Bedeutung, liegt Musandam doch direkt an der wichtigen Meeresstraße von Hormus, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem Arabischen Meer verbindet.

Langweilig wird es nie

Paddler gibt es hier eher selten. Doch Pierre Fijalkowski, der seit vielen Jahren in den Fjorden paddelt, hat Improvisieren gelernt. Kurz nachdem wir bei ihm im Headquarter in der Stadt Khasab alles Notwendige in Trockentaschen gestopft haben, fährt Abdullah mit seinem Pick-up vor. Auf der breiten Ladefläche verstaut er erst alle Taschen und Wasserflaschen. Dann hievt der kräftige Omani mit dem strahlenden Lächeln die Kajaks schräg über die Rückseite seines Wagens und schnürt sie mit abenteuerlichen Seilkonstruktionen fest. Ob das hält? Als Abdullah unsere zweifelnden Gesichter sieht, lacht er laut auf und hebt seinen Daumen optimistisch in die Höhe.

Tatsächlich laden wir die Boote schon bald problemlos am Hafen wieder ab – die Kajaktour kann beginnen. »Ich bin hier das erste Mal in den 1990er Jahren gepaddelt, langweilig wird es mir aber nie«, erzählt der in Marseille aufgewachsene Pierre. So verändere sich der Anblick der Buchten und Felsen mit den verschiedenen Wasserständen selbst innerhalb eines Tages. »Vor allem aber ist die Natur faszinierend.« Immerhin leben in der Region unzählige Rochen, kleine Haie und vor allem Delfine, denen man mit den Kajaks besonders nah kommen kann.

Was er damit meint, merken wir schnell. Um die 30 Delfine ziehen regelmäßig durch die Sham-Bucht nordöstlich von Khasab – auch bei uns dauert es nicht lange, bis wir die erste Gruppe Großer Tümmler entdecken. Es sieht aus, als würden sie miteinander spielen. Immerhin tauchen sie eine ganzeWeile kreuz und quer vor unseren Booten umher und lassen sich von uns nicht stören. Als sie schließlich abtauchen und weiterziehen, paddeln wir ihnen nach und können sie tatsächlich noch etwas länger beobachten.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 01/2017.

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