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Wasserwandern im Wittekindsland

Kanuparadies am Rand des Teutoburger Walds

Klar: Der Teutoburger Wald steht für Hermannsdenkmal und Varusschlacht. Im Wittekindsland zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge warten aber auch breite Flüsse und echte Paddelkleinode auf eine Entdeckung. Wir stellen drei tolle Touren auf Werre, Else und Weser vor.

Das Wittekindsland rund um die Kreisstadt Herford gilt unter Wasserwanderern nicht gerade als Hotspot. Zu unrecht, denn die Region im östlichen Westfalen bildet mit Weser, Werre und ihren Nebenflüssen wie der Else ein abwechslungsreiches Kanurevier mit vielfältigen Tourenmöglichkeiten. Die Werre ist mit ihren gut 70 Kilometern von der Quelle bei Horn-Bad Meinberg im westlichen Lipper Bergland bis zur Mündung in die Weser bei Bad Oeynhausen der längste Fluss im Ravensberger Hügelland.

Text/Bilder: Michael Hennemann

Bei gutem Wasserstand könnten Kleinflusspiraten, die Spaß an den unzähligen engen Kurven haben und sich nicht an den zahlreichen Baum- und Strauchhindernissen im Oberlauf stören, bereits am nördlichen Stadtrand von Detmold starten. Im Stadtgebiet selbst besteht allerdings ein ganzjähriges Befahrungsverbot! Für eine ruhige, gänzlich unproblematische Tagestour empfiehlt sich Herford als Einstiegsstelle. Besonders idyllisch ist es rund um Schweicheln mit Kiesbänken im Fluss und steilen Uferabbrüchen, in denen Eisvögel und Uferschwalben ihren Brutplatz finden. Bei Kirchlengern nimmt die Werre die Else auf und fließt dann kanalisiert, aber durchaus reizvoll in östliche Richtung auf den Großen Weserbogen bei Bad Oeynhausen zu.

Die Else kann mit einem in Europa einmaligen Phänomen aufwarten, denn westlich der niedersächsischen Stadt Melle teilt sich der Flusslauf der Hase in zwei Arme, die sich jeweils einem anderen Stromgebiet zuwenden. Während die Hase selbst über Osnabrück einen weiten Bogen nach Nordwesten schlägt, um bei Meppen in die Ems zu münden, zweigt in östliche Richtung die Else ab. Auch wenn die Else, wie viele andere deutsche Flüsse, weitgehend begradigt wurde, ist sie dennoch ein recht reizvoller Wiesenfluss mit einigen bewaldeten Abschnitten und tümpelartigen Erweiterugen bei durchgehend träger Strömung.

Flott unterwegs ist man dagegen auf der Weser, die zügig durch den Großen Weserbogen strömt, um sich an der Porta Westfalica von den Bergen in die Norddeutsche Tiefebene zu verabschieden, bevor sie schließlich bei Bremerhaven in die Nordsee mündet. Ihren Namen erhielt die Region zwischen dem Wiehengebirge im Norden, dem Weserberland im Osten und dem Teutoburger Wald im Südwesten übrigens vom Sachsenherzog Wittekind (oft auch Widukind genannt), der als Gegenspieler von Karl dem Großen mit seinen Sachsen gegen Ende des 18. Jahrhunderts erbitterten Widerstand gegen die Christianisierung durch die übermächtigen Franken leistete.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 06/2016.

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