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Okerstausee

Mit dem Kajak auf dem schönsten Harzer See

Im Harz wartet der Okerstausee darauf, mit dem Kajak befahren zu werden. Bewaldete Berge umgeben einen der größten Stauseen der Gegend und machen die Ausfahrt zu einem Naturvergnügen, das man (noch) nicht mit vielen Paddlern teilen muss. Björn Nehrhoff von Holderberg hat sich aufgemacht nach Niedersachsen.

Text/Bilder: Björn Nehrhoff von Holderberg

Im Nordharz gelegen ist die Oker, ein Wildbach, bekannt unter den Wildwasserpaddlern. Hier findet man immerhin die besten Stromschnellen ganz Norddeutschlands, und das bei einem regelmäßigen Abfluss durch das Kraftwerk. Dort, wo das Wasser für die Stürzer unter den Paddlern herkommt, befindet sich der gleichnamige Stausee. Auf der Karte betrachtet kommt man bei einer kompletten Runde um den Stausee auf etwa 20 Paddelkilometer. Ein guter Grund, hier auch mal ein längeres Boot zu wassern!

Die gewaltige, bis zu 75 Meter hohe und 260 Meter lange Staumauer, die den Okerstausee aufstaut, sieht man schon bei der Anfahrt von Norden her. Sie wurde in den Jahren 1952 bis 1956 erbaut. Dafür mussten 16 Häuser des Dorfes Schulenberg (Unterschulenberg) umgesiedelt werden. Die Siedlung steht heute oberhalb der Talsperre auf einem Hügel. Der Stausee hat eine Vielzahl an Aufgaben zu erfüllen: Stromerzeugung, Hochwasserschutz, Niedrigwasseraufhöhung und Trinkwassergewinnung. Dafür werden hier bis zu 47,4 Millionen Kubikmeter Wasser gespeichert.

Zur Trinkwassergewinnung wird das Wasser durch einen mehr als sieben Kilometer langen Stollen in die Granetalsperre geleitet, denn die Wassermenge des Okerstausees allein reicht für die wasserwirtschaftlichen Belange der Region nicht aus. Ganz nebenbei ist ein Mittelgebirgssee entstanden, der auch Touristen anzieht, wie die Ausflugsschiffe zeigen, die auf dem Gewässer verkehren.

Wasserkunst

Gleich hinter der Staumauer suche ich nach einem Platz zum Einsetzen des Kajaks. Das scheint wegen der steilen Ufer auf den ersten Blick nicht ganz einfach zu sein. Doch wer etwas genauer hinschaut, der findet einige kleine Schotterwege, auf denen man sein Boot mit dem Bootswägelchen auf einer Rampe bis ans Wasser fahren kann. Ich finde eine solche Stelle am Südende des Sees nahe des Vorstaubeckens. Schnell ist das Kajak ins Wasser gesetzt und ich schaue mir erstmal den nahen Ablauf der Vorstaumauer aus der Nähe an. Hinter der Wand liegt ein weiterer See, der hauptsächlich zur Verbesserung der Wasserqualität im Hauptsee dienen soll. Zwar handelt es sich bei dem Auslass hier um zwei breite Betonbahnen, doch irgendwie hat das darüber gleitende Wasser etwas Elegantes, denn es formt eigene Muster auf der künstlichen Oberfläche, die in sich selbst sehenswert sind. Wasser macht noch aus den hässlichsten Oberflächen Kunst!

Bald wende ich das schlanke Kajak und paddle nach Norden in Richtung der großen Staumauer. Da es sich beim Okerstausee um einen extrem verschachtelten See handelt, der Arme hat wie ein Krake, kann ich von dem Bauwerk erstmal nichts sehen. Genau diese vielfältige Form des Sees, gepaart mit der Tatsache, dass die einzelnen Arme alle sehr schmal sind, prädestiniert das Gewässer für gemütliches Wanderpaddeln, weil sich im Schutz der Berge kaum Wind und Wellen aufbauen können.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 04/2016.

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