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Alte Liebe

Sommer im Sočatal

Fast jeder Wildwasserpaddler kennt und schätzt sie. Wer noch nicht dort war, träumt von ihr. Und wer einmal ihre Bekanntschaft gemacht hat, freut sich schon aufs nächste Mal. Müsste man eine Rangliste der beliebtesten Alpenflüsse aufstellen, wäre die Soča im Nordwesten Sloweniens garantiert auf den vordersten Plätzen zu finden.

Hochsaison hat der Fluss aus Smaragd eigentlich zwischen Ostern und Pfingsten zur Zeit der Schneeschmelze. Dass sich ein Besuch auch im August lohnen kann, beweist Matthias Breuel und berichtet von seiner alten Liebe zum entspannten Sommerpaddeln im Sočatal.

Text/Bilder: Matthias Breuel

Wenn ich Freunden erzähle, im August an die Soča zu fahren, ernte ich meist ungläubige bis mitleidige Blicke. »Da hat’s doch kein Wasser und außerdem ist es viel zu heiß und viel zu voll«, lautet häufig die erste Reaktion. Um sogleich nachzuschieben: »Und das macht Dir wirklich Spaß?«. Zweifel an meinem Geisteszustand und guten Paddelgeschmack beruhigen die besorgten Freunde gerne mit der Erkenntnis »Ach so, du fährst da ja wegen eures Vereins und den Jugendlichen hin. Na dann...« Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Ich verbringe auch persönlich und aus freien Stücken gerne ein paar entspannte Sommertage an der Soča.

Wobei die Freunde natürlich nicht ganz Unrecht haben. Wer auf gute Wasserstände spekuliert und Vollgas geben will, kommt besser im Frühling oder Herbst. Ja, im Hochsommer sind die Wasserstände oft niedrig und in manchen Jahren ist es im Talkessel von Bovec tagsüber brütend heiß. Und so leer wie noch vor einigen Jahren ist es schon lange nicht mehr, gerade um den 15. August herum fühlt man sich auf den Zeltplätzen garantiert nicht einsam. Trotzdem spricht einiges für einen Besuch im Sommer: Der Paddlerandrang ist nicht ganz so groß wie an Pfingsten, das Wasser häufig sagenhaft klar und herrlich erfrischend, das Wetter oft stabil und die Stimmung im ganzen Tal sommerlich entspannt.

Faszination Soča

Am ersten Morgen im Tal führt mich der erste Weg immer sofort hinunter zur Mündung der Koritnica in die Soča. Vor über 20 Jahren stand ich das erste Mal hier und bis heute ist die Faszination dieses Orts die Gleiche geblieben. Das türkisgrüne Wasser, die hellen Kiesel, die üppige Vegetation und darüber der tiefblaue Sommerhimmel – so ähnlich könnte es im Paradies aussehen. Wenn über dem Wasser noch letzte Morgennebel hängen, wird es fast schon kitschig, doch damit kann ich leben. So sehr ich das Neue und Unbekannte schätze, fühle ich mich an der Soča auch jedes Mal angekommen – fast wie zu Hause.

Meistens wird der Blick auf Soča und Koritnica im Sommer nur wenig Wasser zeigen. Die wunderbare Übungsstrecke von der dritten Sočaklamm bis Čezsoča bleibt aber außer in besonders trockenen Sommern mit etwas Grundberührung meist gut befahrbar, lediglich im breiten Schwall kurz vor dem Ziel wird es recht kratzig. Nach einem nächtlichen Gewitter reicht der Wasserstand manchmal sogar für die Koritnica und die Soča oberhalb der dritten Klamm, doch das ist im Sommer immer Glückssache. Im August 2014 zum Beispiel waren die Wasserstände mehrere Tage lang besser als in vielen Jahren an Pfingsten, allerdings mit leichten Abstrichen in Sachen hochsommerlicher Temperaturen.

Der perfekte Tag

Meistens regiert im August im Sočatal aber die Sonne. Wer nicht einen besonders schattigen Platz für sein Zelt ergattert hat, wird spätestens um 8 Uhr im Schlafsack gegart. Dafür bleibt umso mehr Zeit für ein gemütliches Frühstück und die alles entscheidende Frage: Wie sieht der Plan für den perfekten Tag aus? Dank der kurzen Anfahrt zu den verschiedenen Strecken und der überschaubaren Streckenlängen lassen sich locker zwei bis drei Abschnitte am Tag kombinieren, ohne dass auch nur der geringste Stress aufkommt. Natürlich hat jeder langjährige Sočapaddler seine individuellen Vorlieben und Lieblingsstrecken, doch mit den folgenden Kombinationen kann der Paddeltag eigentlich nur perfekt werden.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 04/2016.

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