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Chiemsee

Ein Brise Sommerfrische auf dem Bayerischen Meer

Eine Hochsommertour rund um den Chiemsee ist sehr lohnenswert: Türkisfarbenes Wasser bewundern, Bergkämme schauen, Weltkulturerbe besichtigen, Natur genießen, baden gehen, beim zünftigen Wirt einkehren und Brotzeit machen. All das und noch viel mehr bietet eine Paddeltour auf Bayerns größtem See. Björn Nehrhoff von Holderberg hat sich ins blauweiße Bundesland aufgemacht.

Text/Bilder: Björn Nehrhoff von Holderberg

Es ist August. Es sind unglaubliche 34 Grad Celsius vorhergesagt. Genau der richtige Zeitpunkt für eine Umrundung des Chiemsees. Wenn es zu heiß wird, springe ich einfach mitten auf dem See aus dem Kajak, um mich mit ein paar Schwimmzügen abzukühlen. Dann krabbel ich erfrischt vom klaren Wasser wieder zurück ins Boot oder rolle wieder nach oben. Das ist auch eine feine Methode, verschiedene Rettungstechniken zu üben. So zumindest mein Plan.

Die Sonne ist noch nicht aufgegangen, als ich am großen Parkplatz von Esbaum, einem Ortsteil von Seebruck im Norden des Sees, mein schnittiges Boot zum Chiemsee trage. Schon jetzt kann man erahnen, was sich da als dunkle Masse am Horizont versteckt. Die ersten Berge der Alpen scheinen hier aus der Ebene zu wachsen. Während ich im Kajak das Tagesgepäck verstaue, wird es langsam heller. Der rötliche Dunst löst sich langsam in Wohlgefallen auf und die Berge am Horizont bekommen Konturen.

Schon die ersten Paddelzüge sind ein Genuss

Die ersten Paddelzüge über das still daliegende Wasser sind ein wahrer Genuss. Der Bug meines Seekajaks teilt die Wasseroberfläche zu beiden Seiten. Kleine Wellen laufen, der Kontur des Kajaks folgend, nach außen hin ab und verschwinden dann leise gluckernd hinter mir. Die Tropfen, die während der Paddelschläge ins Wasser fallen, werden nun erleuchtet von den ersten Sonnenstrahlen und scheinen wie Diamanten des Lichts.

Gegen den Uhrzeigersinn nehme ich Kurs auf die Fraueninsel, die mit ihrem Kirchturm deutlich aus dem See hervorsticht. Am Ufer zeigen sich verschilfte Streifen im steten Wechsel mit kleinen Seglerhäfen, über denen die Masten der dort liegenden Segelschiffe in der Sonne reflektieren. Der Kirchturm von Gollenhausen steht über dem See, dahinter wiegen sich sanfte Hügel mit grünen Wiesen gen Horizont.

Ein Motorengeräusch weckt mich aus meiner Paddeltrance. Ein Fischer rauscht heran. Sein Aluminiumkahn kommt an einer Boje unweit von mir zum Stillstand. Mit ruhigen Bewegungen fördert er das darunter hängende Netz mit der Hoffnung auf einen guten Fang zu Tage. Auf meine Nachfrage, was er denn jetzt, Anfang August, fange, antwortet er wortkarg: »Renke«.

Ich paddle weiter, als mir einfällt, dass Renke in meiner norddeutschen Heimat als Maräne bezeichnet wird. Wirklich ein vorzüglicher Speisefisch. Sie gehört zu den lachsartigen Fischen und lebt in tiefen Seen. Die tiefste Stelle des Chiemsees misst ja immerhin 73 Meter. In gemütlicher Atmosphäre schmeckt der frische Fisch am besten. Dafür kehrt man bei einem Wirt auf der Fraueninsel oder einem der Berufsfischer rund um
den Chiemsee ein.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 03/2016.

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