Aktuelle Ausgabe

Elba-Umrundung

Ein Paddeltraum mit Faltboot und Kajaks

Seit Jahren hat Norbert Heller, Inhaber der gleichnamigen Kanuschule, vom Abenteuer der Umrundung der italienischen Insel Elba geträumt. Schließlich hat er seinen Traum zusammen mit seiner Frau und einer Gruppe gleichgesinnter Mitpaddler in die Tat umgesetzt.

Text: Norbert Heller / Bilder: Karin und Norbert Heller, Corry Heiland

TAG 1: Wir starten

Am Campingplatz Lacona herrscht Chaos. Großflächig sind zahllose Ausrüstungsteile verstreut. Wolfgang und Renate haben es leicht, ihre Seekajaks haben ein Ladevolumen, mit dem man gleich nach Korsika paddeln könnte. Mark und Corry sind schon mehr am Kämpfen. Die Spanten im Faltboot machen das Packen nicht leicht. Die beiden sind ständig am Ausprobieren, wie man die Packsäcke platziert. Karin und mir geht es mit unserem schlanken Zweier nicht besser. Enorm viel Ausrüstung muss in die Boote. Fährt man im Einer, hat man Stauräume vorn und hinten. Im Zweier müssen sich das zwei Leute teilen!

Nach zwei Stunden Schufterei haben wir gegen Mittag endlich die Ausrüstung in den Booten. Aber: Hat unser Zweier noch genügend Auftrieb, um bei Seegang zu bestehen? Gespannt stechen wir, von Sonnenanbetern beobachtet, in See. Und er schwimmt, unser Zweier! Mit erstaunlich viel Auftrieb. Trotz des schweren Wasservorrats, der aus Sicherheitsgründen für Tage ausreichen muss, und trotz eines kleinen Biervorrats, der die Lagerstimmung enorm verbessern kann. Erleichterung!

Die Sonne brennt senkrecht vom Himmel, als unsere Boote endlich Richtung Ausgang der Margidore Bucht starten. Wir gleiten über spiegelglattes, tiefblaues Wasser, rechter Hand die Stella Halbinsel. In welcher Richtung wir Elba umpaddeln, habe ich erst jetzt entschieden. Der Wetterbericht verheißt drei heiße Sommertage ohne Sturm. Daher wähle ich die Umrundung im Uhrzeigersinn, entlang der Südküste, um schnell die bei Westwind gefährliche Westküste hinter uns zu bringen, denn diese Küste kann eine Elba- Umrundung schnell scheitern lassen.

Am Capo Stella drehen wir auf Kurs West, vorbei an den Felsen des Caps, linker Hand die kleine Isola Corbella, und überqueren die Lacona Bucht. Nach der Querung erkunden wir die kleine Grotta Buca dell’ Acqua – ein schöner Anblick mit dem türkisfarbenen Wasser. Wir passieren kurz darauf das Capo Fonza und einige Tauchboote. Den Badeort Marina di Campo und die Bucht lassen wir rechts liegen und nehmen direkten Kurs aufs Capo Poro, um Strecke zu machen. Die Westküste zu meistern, ist wichtiger als Eis oder Cappuccino.

»Ist das nicht perfekt? Kein Wind, keine Welle«, meint Renate strahlend, als wir weit entfernt vom Ufer die Bucht von Marina di Campo queren. Doch kurz darauf, erwischen uns wie aus heiterem Himmel harte Windböen. Ein kleiner Hinweis, dass Windstille hier nicht selbstverständlich ist! Wir erreichen das Capo Poro, wenig später die schöne Grotta del Vescovo. Dann treffen wir auf zwei österreichische Seekajakfahrer. Die beiden geben uns einen guten Übernachtungstipp, denn an der Westküste Elbas gibt es keinen Campingplatz.

Kurz nach dem Treffen landen wir an. Es ist heiß, besonders Corry und Mark leiden unter ihrer schwarzen Spritzdecke. Nach einem erfrischenden Bad geht es uns besser und wir können weiterpaddeln. Wenig später erreichen wir die traumhaft schöne Grotta Azzurra. Sie ist so groß, dass unsere vier Boote gleichzeitig reinpassen. In der Grotte sorgen sanfte Wellen für gurgelnde Geräusche, von außen erhellen Sonnenstrahlen das türkisfarbene Wasser unter uns, die Wellen sorgen für schöne Lichtreflexe an der Höhlendecke und den Stalaktiten. Wir sind hier nicht allein, auch einige Tretboote befinden sich bei dieser Grotte, denn gleich nach einigen künstlerisch anmutenden Felsen kommt der Badestrand von Cavoli.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 03/2016.

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