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Wochenendtouren auf der Elbe

Weiter Himmel, stilles Land

Wochenendtouren auf derElbeDie weitgehend unverbaute Elbe beeindruckt durch ihre landschaftliche Vielfalt. Im Oberlauf wird sie flankiert von den Felsformationen des Elbsandsteingebirges, im Mittellauf fließt sie durch große Auenwälder mit einer artenreichen Fauna, im Unterlauf ist sie ein geschäftiger Strom, der durch den Tidenhub der Gezeiten geprägt wird. Auf Wochenendtrips erkundete Frank Richter die schönsten Abschnitte der über 700 km langen Strecke zwischen Tschechien und der Nordsee. Seine persönlichen Highlights stellt er hier näher vor.

Wochenendtouren auf derElbe

Text/Bilder: Frank Richter

Qual der Wahl

Eigentlich sind wir ausgewiesene Salzwasserpaddler. Aber an der Ostsee stürmt es gerade und so sind wir kurzfristig auf der Suche nach einem Ausweichrevier für eine Wochenendtour. Spontan entscheiden wir uns für die Elbe, ein bis dahin für uns unbekanntes Terrain. Und der Wind dürfte uns dort auch nicht so viel ausmachen, denken wir noch etwas naiv (siehe später!). In Deutschland haben Paddler zwischen Schmilka an der Grenze zu Tschechien und Hamburg auf rund 6oo Kilometern freie Fahrt. Irgendwo an der Mittelelbe wollen wir paddeln. Doch wo einsetzen? Auf Google Earth entdecken wir den Ort Arneburg mit Sportboothafen, angeschlossenem Campingplatz und nur knapp drei Stunden von uns entfernt.

Lektion 1: Auch hier gibt es viel Wind

Nach 270 staufreien Kilometern treffen wir bei (Elb)-Kilometer 403 abends in Arneburg, einer der ältesten Städte der Altmark, ein. Nachdem wir den Hafenmeister des Sportboothafens gefunden haben, zeigt er uns eine schöne, große Wiese direkt am Wasser, auf der wir campieren dürfen. Viel los ist hier nicht, wir sind die einzigen Gäste.

Am Abendhimmel zeichnet sich gegen die untergehende Sonne die Silhouette der um 1200 erbauten St. Georg Stadtkirche ab, dem ältesten und bedeutendsten Bauwerk Arneburgs. Diese wurde bei einem großen Stadtbrand im 18. Jahrhundert stark beschädigt. Für ihren Wiederaufbau wurde ein Großteil der Arneburger Burgruine verwendet. Deshalb ist heute auch nur noch ein kleiner Teil der alten Burgmauer übriggeblieben, wie wir bei unserem kurzen Stadtrundgang am nächsten Morgen feststellen. Im nahen Hafenrestaurant lassen wir den Abend bei Matjes und Bier ausklingen. Das fängt ja eigentlich ganz gut an.

Da wir gänzlich unvorbereitet hergekommen sind, versuchen wir am nächsten Morgen im Tourismusbüro noch eine Paddelkarte oder -führer zu bekommen. Da kein Informationsmaterial oder ein Führer verfügbar ist, behelfen wir uns mit einem Radwanderführer und einer ausgerissenen Seite aus unserem Autoatlas. Zurück zum Hafen sind die Kajaks schnell bepackt, u.a. da wir unterwegs einkehren wollen und unser Proviant weitgehend im Auto verbleibt.

Endlich gleiten die Boote durchs Wasser. Die Elbe schiebt sich hier breit durchs grüne Land, auf den Wiesen rechts und links des Flusses weiden Rinder und Schafe. Die Landschaft wirkt fast parkartig und vor allem ganz weit mit sehr viel Natur. Der Flussabschnitt von der Einmündung der Schwarzen Elster (km 198,5) bis zum Wehr Geesthacht (km 586,0) wird als Mittelelbe bezeichnet. Die mittlere Fließgeschwindigkeit liegt hier bei drei bis vier Stundenkilometern. Sportliche Paddler schaffen stromabwärts bis zu 60 km am Tag, sofern kein Gegenwind herrscht – und der bläst uns gerade aus Nord bis Nordwest mitten ins Gesicht. Sobald wir mit dem Paddeln aufhören, treiben wir stromaufwärts!

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der aktuellen Ausgabe 02/2016.

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