Aktuelle Ausgabe

Schweden par excellence

Natur entdecken am Härån

Schweden par excellenceWer nach einer wunderbaren Flusstour sucht, die durch eine typisch schwedische Naturlandschaft mit dichten Wäldern und offenen Mooren führt, der ist richtig am Härån. Als Bonus erwarten den Paddler aber auch kleine Seen, gespickt mit Sandstränden, alten Wassermühlen sowie leicht zu meisternden Schwällen. Björn Nehrhoff von Holderberg ist im Land der Elche in den Canadier gestiegen.

Schweden par excellence

Text/Bilder: Björn Nehrhoff von Holderberg

Wer eine wunderbare Flusstour durch typisch schwedische Naturlandschaften mit einer Mischung aus Wäldern und Mooren, aber auch kleinen Bauernhöfen und Wassermühlen sucht, der wird am Härån fündig. Dort, wo der Malmbäcksån und der Hokaån zusammenfließen, also kurz vor Svenarum, beginnt der Härån. Svenarum liegt in eben jener typischen Kulturlandschaft, in die sich schon viele Reisende wegen ihrer Stille und ihrer einfachen Schönheit verliebt haben.

Bei der Anfahrt mit dem Auto fällt zunächst die für das winzige Örtchen überdimensionierte Kirche auf. Schon im 12. Jahrhundert standen hier die ersten Grundmauern eines Gotteshauses. Im 18. Jahrhundert bekam dieses ihr heutiges Erscheinungsbild. Auf der Suche nach dem Kanucenter gehe ich zwischen Dutzenden von Autos und Bussen hindurch zum Fluss. Sicher mehr als 100 Jugendliche werden hier gerade in das Kanufahren eingewiesen. Eine solch große Gruppe ist hier die Ausnahme. Die Abenteurer auf Zeit sind gerade dabei, die unhandlichen, schweren und lauten Alukanus zu beladen. Schon immer habe ich mich gefragt, warum diese bei den schwedischen Vermietern so beliebt sind – später sollte ich erfahren, warum.

Über Stock und Stein

Trotz leichten Regens scheint der Fluss nicht besonders viel Wasser zu führen. Er schlängelt sich, durchsetzt von kleinen Inseln, auf den ersten Kilometern durch eine Weidelandschaft. Solitäre Einzelbäume auf den Wiesen sorgen für ein wenig »Almatmosphäre«, dazwischen stehende Hahnenfußgewächse und Löwenzahn bilden ein Meer aus gelben Blüten. Bald verschwindet der Fluss im dunklen Wald, wo er zwischen Fichten und Kiefern und einer hohen Böschung mäandert. Hinter der zweiten kleinen Brücke öffnet sich der Waldmantel wieder für eine Kopie der vorherigen Wiesenlandschaft. Grasgrüne Hügel und konturierte, bewaldete Kuppen wechseln sich ab. Inmitten dieser Landschaft stehen hübsche, rote Schwedenhäuschen an den Ufern. Irgendwann wird das Ufer wieder flacher und Erlen spannen ihr Kronendach über das Flussbett.

Kurz darauf kündigt sich das Wehr der Mühle von Blomfors an. Die ehemalige Stromschnelle wurde durch eine Wassermühle gebändigt. Hier kann ich live beobachten, wie die Jugendlichen die Boote über die kurze Portage bringen. Anstatt sie anzuheben oder einen Kanuwagen zu benutzen, zerren sie die beladenen Boote einfach über Stock und Stein. Das ist wohl die Erklärung, warum von den schwedischen Kanuvermietern fast überall diese, vom Fahrverhalten eher weniger geeigneten Alucanadier angeboten werden: Die Dinger sind fast unze störbar, aber leider eben auch so schwer, dass man sie gar nicht erst tragen möchte.

Bald habe ich den Härån wieder für mich allein. Nach einer weiteren Brücke schlängelt sich der Fluss stark mäandernd durch eine offene Binsenund Schilflandschaft. Schon steht die nächste Portage an. Diesmal wird, abermals rechts, die große Wehranlage Munkabo umgangen. Die Kante ist wohl zwei Meter hoch und nicht fahrbar, zumal sowieso kein Wasser über ihren Kamm rinnt. Nur etwa 30 Meter sind es, und schon ist das Kanu auf die andere Seite gebracht. Wegen des niedrigen Wasserstands muss ich das Boot aber gleich noch 50 Meter treideln.

Hinter der Umtragestelle bei Hubbestad erreiche ich den gleichnamigen See, den Hubbestadsjön. Das erste Mal an diesem Tag bricht die Sonne durch die Wolken. Dafür bläst mir jetzt der Wind kräftig über den See entgegen. Auf einer der Halbinseln entdecke ich im Rahmen des Jedermannsrechts eine gute Übernachtungsmöglichkeit, mit winzigem Sandstrand und angenehm offenem Kiefernwald dahinter. In der darauf folgenden Bucht fahre ich rechts mitten durch ein Schilffeld.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der aktuellen Ausgabe 02/2016.

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