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Müritz & Co.

Paddeln auf der Mecklenburgischen Seenplatte

Paddeln auf der Mecklenburgischen SeenplatteDas Revier »Müritz« in der Mecklenburgischen Seenplatte samt seiner umgebenden Seen gilt in der Hauptsaison als etwas überlaufen. Björn Nehrhoff von Holderberg wollte mitten im Juli erkunden, ob man dort nicht auch in der Hauptreisezeit seinen Paddelspaß finden kann und ist mehr als fündig geworden in einem der landschaftlich schönsten Paddelgebiete Deutschlands.

Paddeln auf der Mecklenburgischen Seenplatte

Text/Bilder: Björn Nehrhoff von Holderberg

Die Sonne will gerade über den Horizont hüpfen. Ihr Licht hüllt die Landschaft in erste weiche, rote Farben. Das bisschen Dämmerung reicht schon aus, um mein langes Kajak ohne Taschenlampe vom Autodach zu heben und die restlichen Paddelsachen bereitzulegen. Anschließend rolle ich das Boot zur Einsatzstelle an der Fleether Mühle im Herzen der Mecklenburgischen Seenplatte. Die Wasseroberfläche wirkt als perfekter Spiegel für die ersten Sonnenstrahlen, die jetzt durch die Äste der Erlen am Ufer schießen.

Mein Plan ist es, von hier aus in den Rätzsee zu starten und zunächst durch Verbindung einer Route über den Gobenowsee und den Labussee eine Runde zu paddeln, um dann anschließend über Mirow und die Alte Fahrt zur Müritz zu gelangen. Von dort aus soll es dann nach Süden gehen, bis zum Nebelsee. Keine echte Rundtour aber immerhin so etwas wie ein U, bei dem man den letzten Teil mit dem vorher abgestellten Fahrrad leicht überwinden kann, um zurück zum Auto zu kommen. Dafür sind viele der absoluten Highlights der Gegend in einer Tour verbunden.

Der schönste See

Da ich mich gerade mitten in der Hochsaison befinde und es zahlreiche umliegende Campingplätze gibt, ist es wahrscheinlich, dass es in ein paar Stunden hier nur so vor Paddlern wimmelt. Daher liebe ich es, so früh unterwegs zu sein, noch bevor sich der See mit Paddlern aller Art füllt. Aus meiner ganz persönlichen Sicht lässt sich eine Landschaft am besten genießen, wenn man ganz allein unterwegs ist und die Stimmungen tief in sich aufsaugen kann.

Doch das ist nicht der einzige Grund. Nur jetzt ist die Chance auf Sichtungen von Wildtieren besonders groß. Geräusche, wie kleine Wellen, die im Schilf rascheln, ein leises Knacken im Walddickicht oder das schüchterne Plopp, das vom Paddelblatt abperlende Wassertropfen verursachen, sind auch nur zu dieser Zeit richtig wahrzunehmen. Dann ist da noch das besondere Licht. Ja, so eine sich langsam in den Morgen schleichende Stimmung ist immer besonders.

Der Rätzsee ist einer der schönsten und größeren Seen im ganzen Mecklenburger Seengebiet, weil es kaum Uferbebauung und sonst nur viel Wald und endlose Schilfflächen gibt. Hat man das kleine Datschen-Paradies am linken Ufer am Anfang des Sees hinter sich gelassen, dann paddelt man in purer Natur. Ein Haubentaucher schwimmt bald an mir vorbei. Erst bei näherem Hinsehen bemerke ich, dass gleich zwei Junge auf dem Rücken der Mutter mitfahren. Ein Seeadler kreist über meinen Kopf. Ich kann die Schwingen schlagen hören. Blesshühner piepen gleichzeitig irgendwo tief im Schilf. Ringe auf dem Wasser zeugen von der Anwesenheit der ansonsten unsichtbar unter der Wasseroberfläche verborgenen Fische.

Das Schilf leuchtet hellgrün in der Morgensonne. Angenehm macht sich die Wärme der Sonne auf dem Gesicht bemerkbar. Was für ein hervorragender Beginn einer Kajaktour!

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der aktuellen Ausgabe 01/2016.

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