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Kanutouren auf Isar und Loisach

Auf grünem Wasser durchs weiß-blaue Alpenvorland

IsarIsar und Loisach sind Wildflüsse der Superlative. Ihr smaragd grünes Wasser strömt durchs weiß-blaue Land auf die bayerische Hauptstadt München zu. Der Rückblick auf Wetterstein und Karwendel bietet eine faszinierende Gipfelschau. An heißen Sommertagen ist die Isar eine Partymeile, auf der Loisach ist es dagegen fast einsam. Im Herbst laufen die bunten Mischwälder der Auenlandschaft zur Hochform auf und die echten Kanusportler sind wieder unter sich. Alfons Zaunhuber berichtet aus dem Süden Deutschlands.

Vom Hinterautal bis Krün

Die Isar entspringt im Hinterautal und fließt auf der ersten Etappe durch eine wilde Karwendelschlucht (WW II–III-). Der Einstieg ist nur per Bootswagen oder per Bustaxi erreichbar. Zwischen Mittenwald und dem Campingplatz Isarhorn befindet sich ein kurzer und schöner Abschnitt mit aufgelösten Sohlrampen (WW I–III). Beide Abschnitte sind nur mit WW-Ausrüstung befahrbar.

Isar

Text: Alfons Zaunhuber / Bilder: Alfons Zaunhuber, Bernhard Böser

Von Wallgau bis zum Sylvensteinsee

Auf der nahezu unberührt scheinenden Strecke unterhalb von Wallgau fühlt man sich an Kanada erinnert. Das Wasser strömt im breiten Kiesbett vor einer traumhaften Bergkulisse. Wegen häufiger Treibholzversperrungen ist dieser Abschnitt nichts für Anfänger. Außerdem reicht der Wasserstand nur bei Schneeschmelze oder nach Regenfällen für eine Befahrung aus (WW I–II), Mindestpegel 32 cm.

Die Tour beginnt am Wanderparkplatz bei Wallgau und endet in Vorderriß oder an der Geschiebesperre vor der Einmündung in den Sylvensteinspeicher. Interessant ist auch eine Tagestour auf dem herrlich gelegenen Sylvensteinspeicher (25 km Uferlänge). Vom neuen Ort Fall (Großparkplatz, Wohnmobil-Stellplatz, Gasthof mit Biergarten) paddelt man auf smaragdgrünem Wasser bis in die Endklamm des Walchen. Bei höherem Seespiegel kommt man in einer engen Felsklamm bis zum letzten Wasserfall des Zuflusses Walchen.

An verschiedenen einsamen Badestränden kann man auch herrlich schwimmen und tauchen. Die reizvolle Kulisse der umliegenden Berge und die zahlreichen Felsklammen (ein Eldorado der Canyonisten) locken zu weiteren Aktivitäten im Umfeld dieses Sees aus zweiter Hand, der 1959 entstand und die Isar in den Sommermonaten vor Austrocknung sowie die Stadt München vor Hochwassern bewahrt.

Vom Sylvensteinsee bis Lenggries

Am Fuße der Staumauer des Sees beginnt die Tour unterhalb der Straßenbrücke. Kurz nach dem Einstieg sorgen drei Sohlrampen für sportliches Vergnügen. Alle Durchfahrten sind durch Felsblöcke markiert. Die dritte Passage ist etwas steiler, hier schlagen die Wellen hoch. Das macht richtig Spaß! Dann geht es durch ein herrliches Tal mit Kiesbänken und Kurvenschwällen. In einer Linkskurve stellt sich fast unvermutet das Flecker Wehr in den Weg. Bei hohem Wasserstand sollte man sich links halten, um nicht in den Sog des Wehrs zu geraten. Für die Weiterfahrt bis Bad Tölz ist ein Pegelstand von mindestens 250 cm (Pegel Sylvenstein) erforderlich. Das Wehr wird links umhoben. Auf der Isar geht es mit reduzierter Wassermenge auf Lenggries zu. Vor uns spitzt schon das Brauneck durch, bei guten Bedingungen sieht man hier zahlreiche Gleitschirme vom Himmel schweben.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der aktuellen Ausgabe 06/2015.

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