Aktuelle Ausgabe

Rund um Gotthard und San Bernardino

Auf dem Gipfel der Paddel-Genüsse

IsarGotthard, San Bernardino – wer zu Ferienbeginn den Verkehrsfunk im Radio anmacht, wird regelmäßig mit den Stauzeiten an diesen beiden Nadelöhren des Verkehrs konfrontiert. Wertvolle Paddelzeit, die so verloren geht. Dann vielleicht doch lieber noch einen Fluss paddeln, der auf dem Weg liegt? Lorenz Eberle ist auf seiner Tour bekannte, fast vergessene und unterschätzte Abschnitte nördlich und südlich des Hauptalpenkamms gepaddelt und hat seitdem ein gutes Gefühl, wenn er im Radio hört, dass es an Gotthard und San Bernardino wieder schleppend voran geht.

Das Paddeljahr hat für uns sehr gut begonnen, und so sind die Erwartungen an die neue Saison hoch geschraubt. Ostern und somit der nächste Paddelurlaub steht vor der Tür. Leider bleiben die Pegelstände in den Seealpen hinter unseren Erwartungen zurück und in unseren Köpfen entstehen die ersten Notfallpläne. Zeitlich eingeschränkt, kommt eine längere Anfahrt nicht in Frage. Und so landen wir am Ende im Tessin. Auch hier ist der Wasserstand eher bescheiden, aber es gibt ja den Lago Maggiore, und somit gehören die SUP-Boards zu unserem Notfallgepäck.

Isar

Am ersten Tag treffen wir uns im Verzascatal. Im letzten Jahr haben wir hier ein paar schöne, sehr sonnige Ostertage verlebt und uns auf dem kristallklaren Wasser austoben können. Sonne haben wir auch jetzt, dazu glitzert das Wasser kristallklar. Aber es ist zu wenig. Der obere Abschnitt lässt auch unter optimistischsten Einschätzungen einfach nichts zu. Und so nutzen wir, noch müde von der Anreise, ein kurzes, einfacheres Zwischenstück der unteren Verzasca zum Üben und Einpaddeln. Gerade für die Anfänger unter uns ist das ein schönes Erlebnis. Die Felsenklamm, in der wir uns tummeln, begeistert alle, und so ist bei uns der Frust über die Situation zumindest für Tag Nummer eins vorerst eingedämmt.

Abends in der Pizzeria sieht das schon wieder ganz anders aus. Der Gedanke, bei den herrschenden Wasserständen die Woche gut und zufrieden über die Bühne zu bekommen, nagt in jedem von uns. Und Sonne allein war eben nicht alles, was wir uns erhofft haben. Für den nächsten Tag beschließen wir, die Tresa zu paddeln.

Eine sichere Bank

Das trübe Wetter am nächsten Morgen passt zu unsere Grundstimmung. Da die Sonne sich noch nicht durch die dichten Wolken gekämpft hat, ist es außerdem noch sehr frisch. Die Tresa führt genug Wasser, aber das fließt in Ponte Tresa sehr gemütlich und träge an uns vorbei. Es hilft nichts, es folgt das immer gleiche Paddelprozedere: Autos umstellen, umziehen und einbooten. Am befestigten Ufer ist das gar nicht so einfach. Der Fluss schafft es nicht, unsere Stimmung aufzuhellen. Diese wird erst besser, als ein Ball im Wasser treibt. Schnell ist ein flottes Flusspolospiel im Gange. Langsam lassen wir die Zivilisation und vor allem deren Unrat hinter uns. Der Fluss wird zwar nicht schwieriger, aber wenigstens landschaftlich schöner.

Die Tresa windet sich dem Lago Maggiore entgegen. Gelegentlich sorgt ein einfacher Schwall für Abwechslung. Wir sind bescheiden geworden und nutzen dankbar jede Möglichkeit zu spielen und uns die Zeit zu vertreiben. Hauptsache, wir sind auf dem Fluss und können paddeln. Auf den letzten Kilometern wird die Tresa dann aber durchaus noch einmal spannend. Das Flussbett verengt sich und das Gefälle nimmt noch einmal zu. Die erste Stufe sichern wir, dann folgt Paddler für Paddler. Die zweite Stufe sieht unübersichtlicher aus, vor allem, weil ein dicker Baum scheinbar mitten in der Hauptströmung hängt. Aber nachdem die Ersten vorsichtig das Szenario begutachtet haben, ist klar, dass es kein Problem ist, und so paddeln wir in den sich nun langsam ankündigenden Stausee und damit zum Ende der Tour.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der aktuellen Ausgabe 06/2015.

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