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Sardinien

Strandhopping auf Italienisch

sardinien-2Sardinien – das verspricht Sonne, Strände, paddeln entlang türkisblauer Buchten mit kristallklarem Wasser. Einige Strände der Insel werden unter den Top 10 der weltweit schönsten Strände gehandelt. Viele davon sind nur per Boot zu erreichen. Ideal also für alle Seekajakfans. Frank Richter hat einige davon erkundet.

Sardinien bietet neben seinen Stränden auch ein abwechslungsreiches Alternativprogramm: Faulenzen am Strand sowie Wanderungen durch einsame Gebirgszüge und Bergdörfer. Nicht zu vergessen die kulinarischen Leckerbissen wie beispielsweise das »Pane Carasau«, ein papierdünnes, knackiges Fladenbrot, die »Salsiccia Sarda« (luftgetrocknete Wurst) und natürlich die obligatorischen sardischen Digestivi, wie Grappa, Mirto oder Limoncello. Das alles versprechen zumindest die Reiseprospekte. Aber ob wir dort auch die aus Skandinavien gewohnte Abgeschiedenheit finden werden? Wir wollen es auf jeden Fall ausprobieren.

Inhalt6-15 Sardinien

Text/Bilder: Frank Richter

Nach zehnstündiger Autofahrt bis Genua und weiteren erholsamen elf Stunden auf der Fähre, laufen wir in den Hafen von Olbia ein. Dieser besaß bereits in vorchristlicher Zeit große Bedeutung und ist heute der größte Passagierhafen Sardiniens. Wir sind immer noch verblüfft, wie wenige Wohnmobile und Autos von der Fähre rollen, die nur zu einem Drittel ausgelastet ist – und das kurz vor Ostern. Überlaufen scheint die Insel also nicht zu sein!

Bei einem Espresso des sardischen Kaffeerösters »La Tazza d’Oro« in der kleinen Altstadt von Olbia entscheiden wir uns, die Kajaktour an der Westküste entlang der Costa Verde bei Sant’Antonio di Santadi zu beginnen. Nach knapp 200 km und rund drei Stunden Autofahrt treffen wir dort ein. Doch unser Wetterbericht hat etwas danebengelegen: statt der angekündigten drei Beaufort bläst uns starker Wind aus Westen entgegen, und die See ist entsprechend aufgewühlt. Entspanntes Paddel-Wetter sieht anders aus!

Die schönsten Dünen Europas

Wir machen uns zunächst auf die Suche nach einem Campingplatz. Aber Pustekuchen, alle im Umkreis liegenden Campingplätze haben noch geschlossen. Das wird uns noch häufiger passieren, denn die meisten Plätze öffnen erst nach Ostern oder sogar im Mai. Macht aber nichts, denn passend zum Sonnenuntergang findet sich, nach einer recht holprigen Anfahrt über eine unbefestigte »strada bianca«, ein geschützter Stellplatz für unseren VW Bus. Der sieben Kilometer lange und einsame Sandstrand von Piscinas sowie die umliegende Landschaft entschädigen uns für den starken Wind und bieten eine tolle Kulisse für unsere erste Nacht.

Direkt vor uns erstrecken sie sich die »Dune di Piscinas d’Ingurtosu«, in der Abendsonne leuchtende Dünen, deren Ende nicht abzusehen ist. Sie sind zwar nicht die höchsten, aber vielleicht die schönsten Dünen Europas. Wie in den Sand getupft wirken vereinzelte Wacholder- und Ginsterbüsche, denen man den häufigen Wind ansieht.

Auch am nächsten Morgen ist der Kontrast zwischen Meer, Dünen und blauem Himmel wunderschön. Nur, es bläst noch immer zu kräftig aus Westen. So verbringen wir den Tag mit Wandern und Faulenzen an der Costa Verde. Als es tags darauf unvermindert bläst und auch der Wetterbericht keine Besserung verspricht, beschließen wir, an die Ostküste zu fahren. Das ist ein echter Vorteil der nur 150 km breiten Insel: die Seiten sind schnell gewechselt. Innerhalb von nur 2,5 Stunden erreichen wir den kleinen Hafenort Santa Lucia nahe Siniscola. Hier gibt es zwei Campingplätze, die sich gut als Ausgangspunkt für unsere Kajaktour eignen. Einer hat sogar schon geöffnet, und mehr als fünf weitere Camper finden sich nicht auf dem weitläufigen Gelände unter Pinien. Und das Wichtigste: es ist fast windstill. Also gute Aussichten für morgen.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der aktuellen Ausgabe 06/2015.

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