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Ilz - Die schwarze Perle im Bayerischen Wald

ilz-76 2Ab dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts gingen die Flößer des Böhmerwalds auf Trift. Erst im frühen 19. Jahrhundert begann die Unterscheidung des Böhmerwalds zum »Bayerischen Wald«, der geologisch dennoch zum Böhmerwald gehört. Tacticus beschrieb in seiner »Germania « die ursprünglichen Bewohner der Region als »Boier«, wovon sich der Name Böhmen ableitet. Yvonne Ziermann hat sich auf den Weg gemacht, um sich die schwarze Perle Ilz auf die Kette der erlebten Naturreviere zu fädeln.

Das Befahrungsverbot des Oberlaufs der Ilz legt fest, dass für Paddler vom Stauwehr Hals bis zur Straßenbrücke Hals (Flusskilometer 4,5–2,2) ein ganzjähriges Befahrungsverbot und von der Ettelmühle bis zur Einmündung der Wolfsteiner Ohe (Flusskilometer 42,5–24,6) vom 1. Mai bis 30. Juni ein solches gilt. Darüber hinaus erwartet die Naturschutzbehörde von den Kanuten eine »freiwillige Selbstbeschränkung«, während des Zeitraums vom 1. Juli bis zum 30 April von Furth bis zur Schrottenbaummühle (Flusskilometer 38,3 27,1) ausschließlich bei einem Mindestpegel an der Schrottenbaummühle von 85 cm zu fahren und erlaubt das Anlanden nur an Wehren und Brücken. Die Ilz gilt in ihrem Oberlauf bis zur Schrottenbaummühle als »das letzte große Wildwasser« des Bayerwalds, doch das ist derzeit tabu, denn wir fahren am letzten Mai-Wochenende entlang der Ufern der Ilz. Also den Faltcanadier ausgepackt und los zur Etappe von der Schrottenbaummühle (Fürsteneck) bis Passau. Das ist die Strecke, die ganzjährig auch mit Zweier-Booten befahrbar ist.

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Text/Bilder: Yvonne Ziermann

Antike Bootsformen

Am Wehrstau der Schrottenmühle staunen wir nicht schlecht, liegt hier doch ein recht archaisch anmutender Bootstyp in einfacher Plattboden-Knickspant-Bauweise an der Umtragestelle. Ein Boot wie aus einer anderen Epoche. Es bedarf nicht viel Phantasie, sich vorzustellen, wie mit diesen, auf den ersten flüchtigen Blick etwas grobschlächtig wirkenden, ursprünglichen Kanus (das sind sie, wenn auch in moderner Zeit mit Ruder und teils Außenbordmotor versehen) frühe Fischer und Händler ihre Waren zu den Märkten an den Stapelplätzen der flußabwärts oder an den Mündungen liegenden, größeren Städten transportierten. Vorbei am gut frequentierten Biergarten des Gasthof Schrottenbaummühle setzen wir unterhalb der Sägemühle unseren Faltcanadier ein.

Durch dunkle Wälder

Auf gutem Stromzug geht es flott die Ilz zu Tal. Von links fließt nach abwechslungsreicher, leicht spritziger Fahrt die Wolfsteiner Ohe zu und ergießt sich in die Ilz. Dem Paddler hilft das Wasser der »Wolfsteiner« spürbar auf dem weiteren Weg. Das Waldtal setzt sich fort und ist gut zu paddeln, kleinen Schwallstrecken machen die Fahrt flott und abwechslungsreich. Die Ilz zeigt sich in bester Sonntagslaune als sportlicher, von Jedermensch paddelbar und gutmütig. Immer wieder zeigen sich die vielen kleinen Naturschätze an der Ilz, Eisvögel, Gebirgsstelzen und viele andere gefiederte Gesellen schwirren von Ufer zu Ufer, von Baum zu Baum, und im Fluss sieht man manche Forelle im Kehrwasser von Felsen ruhen. Die Forellen locken die Fliegenfischer, doch bei ausreichend Abstand zueinander gibt es keine Reibungspunkte. Einem kurzen Ruf »Petri!« folgt »Handbreit« der Angler. Weiter trägt uns die Strömung mit sich fort. Bald schon passieren wir Fischhaus, die Ilz und das Tal werden etwas breiter, immer mehr Sonne dringt bis auf den Wasserspiegel.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der aktuellen Ausgabe 05/2015.

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