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Ein Vater-und-Sohn-Abenteuer an Kanadas Ostküste

Neufundland-38 2Zu einem richtigen Erlebnis-Trip ist Jörg Knorr zusammen mit seinem Sohn aufgebrochen. Neufundland lautete das (Traum)Ziel. Während einer fünfwöchigen Tour haben die beiden Eisberge aus der Nähe gesehen, wurden von Walen begleitet und haben eine zweite Staatsbürgerschaft erhalten. Wie das alles ablief, lesen Sie im Folgenden. 

September 2013: Die Oceanex Connaigra, das neueste Schiff der Flotte des neufundländischen Transportunternehmens Oceanex, verlässt die Bauwerft in Flensburg. An Bord befinden sich zwei Lettmann Archipel-Seekajaks. Es ist der Anfang einer Reise, die erst im Juni 2014 richtig Fahrt aufnehmen wird.

Paddeln on the Rocks

Hazen, ein Freund aus St. John’s, steht am Ufer und winkt uns nach. Wir befinden uns auf dem Atlantik in Notre Dame Bay. Die Sonne scheint, ein leichter Wind weht aus West, um uns herum treiben »Bergy Bits«, Bruchstücke von Eisbergen, die jedes Jahr von Grönland Richtung Iceberg Alley an Neufundlands Nordküste treiben. Es ist tatsächlich atemberaubend. Die Szenerie ist unwirklich und fremd, obwohl wir genau das sehen, was wir erhofften, ohne zu wissen, ob unsere Erwartungen erfüllt werden würden. Eis überall. Hannes’ Müdigkeit ist verflogen. Seine weit aufgerissenen Augen und ein breites Grinsen zeigen mir, dass er ebenso beeindruckt ist. Der Kontrast aus Sonne und Wärme von oben gegen Kälte und Frost von unten ist unglaublich. Ich kann nicht anders und stoße einen Jubelschrei aus. Hannes stimmt mit ein.

Neufundland-38

Text/Bilder: Jörg Knorr

42 Schokoriegel

Bei 7° C in die noch vom Vortag feuchten Paddelsachen zu schlüpfen, ist die morgendliche Härteprobe, die wir nicht selten hinter uns bringen müssen. Mit den ersten Paddelschlägen wird uns schnell wieder warm. 4 bis 5 Windstärken fordern heute einiges an Konzentration. Hannes verschwindet regelmäßig hinter den Wellenbergen. Da der Wind von schräg hinten weht, sind einige Surfeinlagen möglich. Mein GPS zeigt 19,2 km/h Spitzengeschwindigkeit an. Trotz der schwer bepackten Boote geht es zügig voran. Hinter Musgrave Harbour bauen wir unser Zelt in einer mit Gras bewachsenen Düne auf. Ein schöner Platz mit Nähe zur Zivilisation. Wir machen uns auf den Weg zur nicht weit entfernten Straße und werden gleich mitgenommen. Die junge Fahrerin setzt uns im Ort ab und erklärt uns den Weg zum Grocery Store. Im Grocery Store wandern die Augenbrauen der Kassiererin weit nach oben, als sie unsere 42 Schokoriegel über den Scanner zieht. Wir erklären, dass wir nach einer Woche wieder Nachschub brauchen und packen den Rest aus unserem gut beladenen Einkaufskorb auf den Tresen. »You must need a lot of energy«, ist der abschließende Kommentar, nachdem wir bezahlt haben. Ein »Take care!« wird uns von einem Kunden hinterhergerufen, als wir gut versorgt den Laden verlassen.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der aktuellen Ausgabe 05/2015.

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