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Kaufberatung: WW-Paddel in der »Golfklasse«


paddelhaltEs ist immer noch so: Über das richtige oder eben das falsche Boot wird immer wieder groß und endlos diskutiert.
Um das eigentliche Arbeitsgerät eines Wildwasserpaddlers bleibt es hingegen häufig verdächtig ruhig: Das Paddel wird teilweise noch etwas stiefmütterlich behandelt. Dabei gibt es auch da reichlich Stoff zum Philosophieren. Das kajak- Magazin hat sich einige Kandidaten in der »Golfklasse« näher angesehen: Was bieten die Paddel zwischen 240 und 400 Euro? Taugen sie zur Allzweckwaffe für Play-boater, Genusspaddler und versierte Sportler, oder sind sie nur ein Kompromiss?

 

In kajak-Magazin 3/2012 hatten wir uns schon einmal mit dem wichtigstem Werkzeug des Paddlers, dem Paddel, beschäftigt, als wir mehrere Experten aus diesem Bereich befragten. Das Fazit damals: Auf das richtige Paddel kommt es an, aber das ideale Paddel für jeden Paddler und für jeden Zweck gibt es nicht. Der damalige Ratschlag: Testen, testen testen. Doch was gibt es eigentlich zu testen? Was ist seitdem passiert? Das kajak-Magazin hat sich um- und vor allem die Paddel der »Golfklasse« angesehen. Golfklasse? So haben wir die Paddel der Preisklasse zwischen 240 und 400 Euro genannt. Gefunden haben wir durchweg nichts Mittelmäßiges. Das richtige Paddel zu finden, erfordert also keinen Kampf mit Drachen und Monstern, sondern erfordert nur Geduld. Und vielleicht einen Überblick, was der Markt zu bieten hat.

Die Zeiten in denen man Hantelstangen als Paddel verwendet hat, sind vorbei. Sie sind kaum noch zu sehen, und wenn doch, dann werden sie inzwischen sogar eher ehrfürchtig als mitleidig betrachtet. Dabei gibt es in unserer Marktübersicht einige Paddel, die schon etliche Jahre auf dem Buckel haben. Seit das Paddel zu Recht in den Fokus getreten ist und man gerne das richtige in der Hand hält, erleben sie, neben den neuen Modellen, einen Neustart. Zu Recht, denn am Ende hält der Paddler nur in der Hand was gut ist und sich bewährt hat.

Das richtige Paddelblatt

Heute gibt es kaum noch eine Diskussion, ob symmetrisches oder asymmetrisches Blatt. Selbst die meisten Anfänger starten inzwischen mit einem asymmetrischen Blatt. Das ist häufig nicht so sehr eine überlegt getroffene Entscheidung, sondern liegt eher daran, dass man das erste Paddel von Freunden, im Verein oder in einer Kanuschule in die Hand gedrückt bekommt. Und die haben in der Regel eben eher ein Paddel mit asymmetrischem Blatt.

Die Vorteile dieser Blattform wurden oft genannt und sollen daher hier nur noch kurz beschrieben werden. Gleichmäßiger Druckaufbau durch eine gleichmäßige Verteilung des Wasserdrucks auf das gesamte Blatt, ein flatterfreies Durchziehen des Blattes und kein Verdrehen in der Hand. Das spart in erster Linie Kraft und führt im entscheidenden Moment zu mehr Kontrolle und somit zu mehr Sicherheit. Natürlich muss das Blatt beim Paddelschlag im Wasser sein, sonst kommt auch das beste Paddel sehr schnell an seine Grenzen.

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Bei der Auswahl der Blattform kann man aus dem Vollen schöpfen. Hier ist die Auswahl riesig und der Vergleich lohnt sich. Es gibt Blätter mit klassischer Führungsrippe, mit Wellen, flächenförmig schmalen Rippen. Es gibt Blätter mit Schaumkern oder eben ohne. Ein Blatt mit Schaumkern gibt zusätzlichen Auftrieb und sorgt für mehr Steifigkeit im Blatt. Außerdem gibt es Blätter mit Side Cut, hier ist die Blattfläche im Verhältnis zum Schaft leicht verschoben, und man kann das Paddel sehr direkt und nah an seinem Kajak führen. Eine Technik, die ursprünglich für Slalomfahrer gedacht war und sich dann für Playbootfahrer bewährt hat. Inzwischen sieht man diese Blattform aber auch sehr häufig bei Wildwasserpaddlern. Aus gutem Grund, denn auch hier hilft oft ein schneller und direkter Paddelschlag weiter.

Des Weiteren hat man die Wahl, ob man ein, von der Längsachse des Paddels aus gesehen, leicht gewölbtes Blatt (kinetisch) haben will oder nicht. Und natürlich ist die Blattgröße ein wichtiges Kriterium. Natürlich erzielt ein größeres Blatt einen größeren Vortrieb, aber es muss eben auch kraftmäßig bedient werden. Und das vielleicht nicht nur auf einem Paddeltrip, sondern zum Beispiel im Paddelurlaub auch mehrere Tage hintereinander. Kleiner kann also hier durchaus auch mehr sein …

 

Text/Bilder: Lorenz Eberle

 

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in Ausgabe 03/2015 des kajak-Magazins.

 

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