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Eine Tour auf der Enz: Durch Weinberge dem Neckar entgegen

enz-03In Ausgabe 4/2014 stellt kajak-Autor Michael Hennemann fünf schöne Touren durch Baden-Württemberg vor. In der Print-Ausgabe wurde versehentlich ein falscher Text abgedruckt, so dass wir hier die richtige Tourbeschreibung nachholen:

Gleich nach dem Ablegen am Freibad in Vaihingen taucht die Enz in das dichte Grün des Waldes ein und die Baumkronen dämpfen den Verkehrslärm, der ohnehin bald vom Zwitschern der Vögel übertönt wird.

Zwischen Enzweihingen und dem Wehr in Oberriexingen quert in luftiger Höhe die Eisenbahntrasse der Strecke Stuttgart–Karlsruhe das Enztal. Das Wehr muss am rechten Ufer für etwa 250 Meter umtragen werden, um den besonders artenreichen und empfindlichen Flachwasserbereich direkt hinter dem Wehr zu schützen. Wem nach der Portage nach einer Vesper gelüstet, der findet an der Brücke den Gasthof »Zur Linde«.

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enz-01Bei Unterriexingen mündet von rechts die Glems in die Enz und durch eine parkähnliche Landschaft erreiche ich das Wehr an der Sägemühle in Bissingen. Es wird am linken Ufer umtragen, gegenüber liegt ein Kanuverleih. Nach kurzer Paddelstrecke tauchen am rechten Ufer die ersten Häuser von Bissingen auf. Gegenüber ziehen sich Weinhänge entlang der Enz.

Das letzte Hindernis des Tages ist das Wehr an der Rommelmühle. Ich setze etwa 50 Meter vor dem Wehr am linken Ufer aus und schiebe mein Kajak auf dem Bootswagen auf dem Radweg entlang der Straße, bis mich eine steile Treppe hinab zum Fluss führt. Doch nicht nur die Treppe erfordert einige Vorsicht, auch die Mauerreste, die hinter der Einsatzstelle vom linken Ufer ins Wasser ragen, wollen sicher umschifft werden.

Das Ziel, der südliche Teil der Doppelstadt Bietigheim-Bissingen, kündigt sich durch eine Straßenbrücke und die Slalomstangen, die die Kanuten des KC Bietigheim über den ganzen Fluss verteilt haben, an, dann überspannt das Eisenbahnviadukt mit seinen 21 Bögen die Enz. Am rechten Ufer liegt ein Spielzplatz mit eindrucksvollem Kletterturm, an dem ich mir wünsche, noch einmal Kind sein zu dürfen. Dann lege ich vor der nächsten Fußgängerbrücke am linken Ufer beim Hallenbad in Bietigheim an.

 

 Infobox

enz-02Charakter/Anspruch
Der Unterlauf der Enz, die bei Besigheim in den Neckar mündet, ist ein gemütlicher, familientauglicher Wanderfluss mit viel Grün entlang der Ufer. Trotz der Nähe zum Ballungsraum Stuttgart ist die Tour äußerst ruhig und recht romantisch. Sie führt mit mäßiger Strömung durch Wiesen, Wälder und Weinberge.

Befahrensregelung
Das Befahren der Enz vom Freibad Vaihingen bis zur Sägmühle Bissingen ist für Nicht-DKV-Mitglieder vom 1. Mai bis 30. September nur im Rahmen einer geführten Tour und nur bei einem Pegelstand von 45 bis 64 cm erlaubt (Pegeltelefon 07042 17111). Die Befahrung ist ganzjährig verboten bei einem Pegelstand unter 45 cm.

Länge/Dauer
22 km / 6 Stunden

Einstieg
Am Freibad in Vaihingen (ganz am Ende des Geländes findet man das Hinweisschild »Parken für Kanuten«).

Ausstieg
Hinter dem Viadukt in Bietigheim-Bissingen am linken Enzufer, Parkplatz beim Bad am Viadukt (Holzgartenstraße 26).

Zurück zum Auto
Problemlos mit der Bahn von Bietigheim-Bissingen nach Vaihingen; Gehzeit vom Bahnhof in Vaihingen zur Einsatzstelle etwa 20 Minuten.

Hindernisse Insgesamt sind auf dem beschriebenen Enzabschnitt drei Wehre kurz zu umtragen; alle Portagen sind gut ausgeschildert.

Unterkunft
Ratsstuben am Markt in Vaihingen (Tel. 07042 98222; ca. 10 Minuten Fußweg von der Aussatzstelle an der Enz); Gasthaus Linde in Oberriexingen (Tel. 07042 17340)

Kanuverleih
Die Zugvögel in Bietigheim-Bissingen (Tel. 07142 920128; www.diezugvoegel.de);
Rock-the-River in Besigheim (Tel. 07143 2089228; www.rock-the-river.com)

Infos
Stadtverwaltung Vaihingen (Tel. 07042 18-235; www.vaihingen.de);

Stadtinformation Bietigheim-Bissingen (Tel. 07142 74-227; www.bietigheim-bissingen.de)

Karten/Führer
»Kanu Kompass Bayern, Baden-Württemberg« von Michael Hennemann
(Thomas Kettler Verlag; ISBN 978-3-9340-1409-1; 19,90 Euro)

Tipp
Im Museum Römerkeller im Untergeschoss eines Einfamilienhauses in Oberriexingen lassen zahlreiche Originalfunde das Landleben auf einem römischen Gutshof vor 1.800 Jahren lebendig werden.

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