Aktuelle Ausgabe

Languedoc-Roussillon – Im Süden Frankreichs zwischen Flamingos, Schifferstechern, Salzlagunen und Alleen

frankreich02 2Schattige Kanäle, Seen, die nur durch einen schmalen Streifen Land vom Meer getrennt sind, eine Stadt, die sich das »Venedig des Languedoc« nennt. Dazu selbst im Dezember so milde Temperaturen, dass Flamingos zum ständigen Begleiter werden. Braucht es für Paddler, die sonst eher auf dem Wildwasser unterwegs sind, mehr Argumente, es doch einmal im Kanuwandern zu probieren? Versuch macht klug und so schnallten sich Lorenz Eberle und seine Mitstreiter die Tourenkajaks aufs Autodach und machten sich auf den Weg in Richtung der südfranzösischen Region Languedoc-Roussillon.

22. Dezember: Étang de Bages

Unsere Flucht vor dem heimischen Winter und den Start in den Urlaub haben wir uns anders vorgestellt. Statt Sonne und blauem Himmel türmen sich nun dicke, dunkle Wolken wie bleierne Ungetüme über uns. Und so tragen wir unsere Kajaks etwas unmotivierter als gedacht zum Wasser. Wenigstens regnet es nicht und der Étang de Bages liegt spiegelglatt und ruhig vor uns. Das ist nicht immer so, gilt der See doch als beliebtes Revier für Wind- und Kitesurfer.
Im Dunst können wir das erste Ziel unserer heutigen Tour erkennen. Auf einer Felsenklippe, die sich in den See schiebt, liegt Bages. Aber von der in unserem Reiseführer erwähnten, malerischen Silhouette des Fischer- und Künstlerstädtchens ist heute nicht viel zu sehen. Alles liegt wie mit dem selben Einheitsgrau gezeichnet vor uns. Es gehört eine Menge Phantasie dazu, sich dies alles in Sonnenlicht getaucht vorzustellen. Aber wir können es nicht ändern und so verlassen wir das Ufer und überqueren die vor uns liegende Bucht.

IMG 3443

Es geht gut voran und schon wenig später laufen wir in den Hafen ein. Alles liegt hier wie ausgestorben. Von Künstlern, die im Hafen sitzen und malen, und von Fischern und Austernzüchtern ist nichts zu sehen. Wieder ist unsere Vorstellungskraft gefragt, um das Bild eines quirligen Hafenlebens vor unserem geistigen Auge entstehen zu lassen. Vom ersten Punkt unserer Tour etwas enttäuscht, zieht es uns weiter. Wir wollen endlich Flamingos sehen. Diese sollen hier in den flachen Uferregionen in großen Schwärmen zu sehen sein. Aber bei dem Pech, das uns heute zu verfolgen scheint, bezweifeln wir, auch nur einen zu Gesicht zu bekommen.
Bages liegt in einem diesigen Schleier hinter uns, als ein felsiges Ufer in Sicht kommt. Inzwischen sind wir dankbar für jeden neuen Höhepunkt. Die Felsen, die sich in kleinen Gruppen ans Ufer schieben und zum Teil kleine Inseln bilden, sind auf jeden Fall ein landschaftlicher Glanzpunkt der Tour. Doch urplötzlich wird unsere Aufmerksamkeit in eine andere Richtung gelenkt. In der Bucht, die sich hinter den Felsen öffnet, stehen sie endlich: Flamingos. Nicht zu Hunderten, wie man es aus den Tierfilmen im Fernsehen kennt, aber doch mindestens fünfzig, sechzig Tiere.

 

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in Ausgabe 06/2013 des kajak-Magazins.

 

Share