Aktuelle Ausgabe

Die Muota - Wildwasserpaddeln im Kanton Schwyz

Der Name des Baches ist Programm, denn er wird abgeleitet von Muoth-Aa, was »Mutige Ach« bedeutet. Im Oberlauf schweres Wildwasser, im Mittelteil immer noch sehr stürmisch, aber nur noch mittelschwer bis leicht – ein schönes Programm für Paddler, die mal einen Schweizer Bach ausprobieren wollen. Martina Pohl-Elser hat sich aus dem weit entfernten Nordrhein-Westfalen auf den Weg gemacht.

Die Muota entspringt im Bisisthal, fließt dann 29 Kilometer durch das Muotathal und den Kanton Schwyz, um dann bei Brunnen in den Vierwaldstättersee zu münden.

Doch wie kommt man als Paddler aus Deutschland, noch dazu aus Nordrhein-Westfalen, auf die Idee, ausgerechnet diesen Bach zu paddeln? Ich komme per Zufall dazu. Eigentlich ist eine Tour an den Vorderrheingeplant. An einem Wochenende, das sich durch derartig schlechtes Wetter auszeichnet, so dass mir schlagartig alle Kumpels absagen.Dafür meldet sich ein echter Schweizer und schlägt mir vor, die Muota mitzufahren. Kurzes Gegoogle meinerseits und mir ist klar, dass der Oberlauf nicht in Frage kommt. Aber der untere Teil vom Kraftwerk bis zu einer markanten Brücke mit WW II+ hört sich gut an, vor allem unter Berücksichtigung meiner Sicherheitsgesichtspunkte: Unbekannter Bach + unbekannte Mitpaddler + vermutlich mieses Wetter = leichter paddeln.

Wir fahren dann erst mal zu unserem Stützpunkt in Root bei Luzern, wo wir superbequem bei meiner Tante nächtigen dürfen – im original Schweizer Holzhaus samt Raclette-Abend. Draußen regnet es ununterbrochen. Am nächsten Tag beschließen wir, dem Regen bei einem Stadtbummel in Luzern zu trotzen, denn die Stadt ist auch bei schlechtestem Wetter einen Besuch wert: Dekorative Holzbrücken über die Reuss, ein toller See (auch wenn man die Berge nicht sehen kann), eine historische Stadtmauer mit Wachtürmen, die man fast alle besichtigen kann, sehr schöne Kirchen, jede Menge Restaurants und Cafés. Durch den Dauerregen vermute ich dann schon, dass die geplante Tour wegen Hochwassers wortwörtlich ins Wasser fallen würde – vom Vorderrhein hört man schon Derartiges –, aber am nächsten Morgen: Blauer Himmel, Sonnenaufgang. Unfassbar!

Fazit

Die Muota ist ein toller Bach in einem typisch schweizerischen, wunderschönen Tal. Zu empfehlen ist sie aber nur für fortgeschrittene Paddler, denn ein Schwimmer kann aufgrund der flotten Strömung langwierig und wegen dervielen Steine schmerzhaft werden. An den Schlüsselstellen kann man wunderbar Kehrwasserfahren trainieren und es gibt auch eine – sehr wuchtige – Spielstelle für die Playboater.

Einen ausführlichen Artikel und weitere Tourenvorschläge lesen Sie in der aktuellen Ausgabe 1/2013.

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