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Flensburger Förde – Rundtour in skandinavischem Flair

Es dauerte eine Weile, bis Jörg Knorr bewusst wurde, wie glücklich er sich schätzen kann, an der Flensburger Förde zu wohnen. Hier kann man nach Feierabend eine ruhige Runde mit dem Kajak drehen, als Grenzgänger Richtung »dänische Südsee« aufbrechen oder einfach eine kleine Hafenrundfahrt machen. Begleiten Sie Jörg auf seiner Tour durch die Flensburger Förde und erfahren Sie viel Interessantes über sein Hausgewässer.

Die Flensburger Förde ist je nach Abgrenzung zur Kieler Bucht 40 bis 50 Kilometer lang und hat die größte Wasserfläche von allen Förden und fördeartigen Fjorden der Kimbrischen Halbinsel. Sie bildet als langer Seitenarm der Ostsee deren westlichsten Punkt. Am Übergang zur Ostsee befindet sich der Leuchtturm Kalkgrund am Südufer, am Nordufer der Leuchtturm Kekenis. Die Untiefe Breitgrund markiert den Übergang der Förde in die offene Ostsee.

Ein laues Lüftchen weht, Wellen schieben mich Richtung dänisches Ufer, und das rhythmische Plitsch-Platsch meines Paddels trägt dazu bei, dass der Alltagsstress von mir abfällt, dass die Gedanken schweifen und dass es mir einfach gut geht. So oder so ähnlich kann eine Tagestour auf der Flensburger Förde beginnen.

Die Förde kann mit einigen Highlights aufwarten. Sie ist Grenzgewässer zwischen Deutschland und Dänemark, sie hat eine Länge von etwa 40 Kilometern und bildet die größte Wasserfläche aller Förden nördlich des Nordostseekanals und südlich von Skagen. Die Dänen nennen die Förde »Flensborg Fjord«. Man unterteilt sie in Innen- und Außenförde.

Die Innenförde reicht von Flensburg bis zur Halbinsel Holnis. Von Holnis aus erreicht man über die Außenförde die Ostsee. Flensburg gab dem eiszeitlichen Meeresarm seinen Namen. Als Ausgangspunkt für eine Fördetour ist zum Beispiel Fahrensodde am Ostufer der Innenförde geeignet. Wer von zu Hause aus noch schnell das Wetter checken will, kann dazu neben den üblichen Wettervorhersagen auch eine der beiden interaktiven Webcams der Flensburger Stadtwerke mit Blick auf die Förde nutzen (www.stadtwerkeflensburg.de/home/unternehmen/webcam.html). Eine der Webcams ist direkt bei den Stadtwerken, die andere am gegenüberliegenden Ufer im Hafen Sonwik positioniert.

DKV-Mitglieder können ihr Kajak beim EFKK (»Erster Flensburger Kanu Klub e.V.«) ins Wasser setzen. Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit, bei einem der zahlreichen Yachtclubs zu starten oder am Westufer bei den »Flensburger Paddelfreunden e.V.«.

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Charakter: Die Flensburger Förde ist ein Stück Ostsee, liegt aber relativ geschützt zwischen Deutschland und Dänemark. Die Innenförde ist 15 km lang und maximal 3 km breit. Man paddelt in einem Grenzgewässer. Daher wird empfohlen, den Personalausweis oder Reisepass bei sich zu führen. Bei kräftigerem Wind bietet es sich an, auf der windgeschützten Seite der Förde zu paddeln oder eine Rundtour gegen den Wind zu beginnen. So spart man sich anstrengende Überraschungen auf dem Rückweg. Auch auf der geschützten Flensburger Förde kann es gelegentlich zu kurzfristigen Wetterumschwüngen kommen. Daher ist man mit einer entsprechenden Sicherheitsausrüstung – wie abgeschottetes Boot, Schwimmweste, Wärmeschutzkleidung, Orientierungsmittel und Mobiltelefon – immer gut beraten.

Beste Zeit: Wirklich überfüllt ist die Flensburger Förde nie. Zumindest nimmt man dies nicht so wahr. Viele kleine weiße Tupfer in Form von Segelbooten sind das typische Sommerbild dieses Gewässers. Wer es dennoch ruhiger mag, wird in der Vor- und Nachsaison auf seine Kosten kommen. Es ist selten, dass die Förde, wie in diesem Winter, zufriert. Im Normalfall ist sie das ganze Jahr über paddelbar. Im Winter sollte man keinesfalls auf die notwendige Sicherheitsausrüstung verzichten.

Ein- und Aussetzstellen: Für DKV-Mitglieder unbedingt empfehlenswert ist der DKV-Stützpunkt EFKK in Fahrensodde am Ostufer. Achtung: In der Hauptsaison nur begrenzte Parkmöglichkeiten. Bei den »Flensburger Paddelfreunden« am Ostufer kommt man ebenfalls gut zum Wasser, sollte aber vorher klären, ob der Schlagbaum an der Strandzufahrt passiert werden kann. Weitere mit dem Auto relativ einfach zu erreichende Orte sind der Strand in Wassersleben oder Sønderhav in Dänemark am Westufer. Der Yachthafen bei Schausende, weiter nördlich, kurz vor Holnis am Ostufer bietet sich ebenfalls an.

Einen ausführlichen Bericht und weitere Tourenvorschläge lesen Sie in der Ausgabe 3/2010 des kajak-Magazins. 

 

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