Aktuelle Ausgabe

Ein Tag bei Robson

Zu Besuch bei der Bootsmanufaktur im Bayerischen Wald

Auf Einladung von Robert Sommer, Geschäftsführer der Mega Sports Vertriebs GmbH, zu der die Marke »Robson« gehört, machte sich die kajak-Redaktion auf nach Niederbayern.

Es ist kurz nach 9 Uhr morgens, als ich auf das Betriebsgelände der Firma Mega Sports in der Nähe der Kreisstadt Regen im gleichnamigen Landkreis im Bayerischen Wald fahre. Das Wetter hat sich ironischerweise dem Namen der Ortschaft angepasst, denn es hat bereits die komplette Fahrt über geregnet. Das trübt aber keineswegs die Vorfreude auf das, was mich erwartet.

Grund für den Ortstermin ist nämlich die Einladung von Mega Sports-Geschäftsführer Robert Sommer zu einer Betriebsführung mit Einblick in die Produktion. Höhepunkt soll der Bau des brandneuen kompakten Tourenboots Titris 12 von Robson sein, von dem das kajak-Magazin ein Exemplar zur Verlosung überlassen bekommt – und genau an der Entstehung dieses Exemplars soll ich aktiv beteiligt sein. Nun gut, als Bootsbauer wollte ich mich immer schon versuchen!

In einem eher unscheinbaren Fabrikgebäude ist die Firma Mega Sports untergebracht. Die Marke »Robson« (zur Info: das ist der Spitzname von Robert Sommer), die für hochwertige Seekajaks, Sit-on-tops, Wildwasser- und Spielboote, Canadier sowie Paddel steht, ist eine der Stützen dieser 1995 gegründeten Vertriebsgesellschaft. Daneben vertreibt man die Bootspalette der amerikanischen Firma Jackson im deutschsprachigen Raum; im Gegenzug importiert Jackson die Robson-Paddel unter dem Label »Lightning Paddle« für den US-Markt.

1998 fing man mit der Produktion von selbst konstruierten Paddeln an, im Jahr 2000 wurde das erste Kajak namens Supersonic für das Modelljahr 2001 hergestellt. Dieses ist übrigens heute noch in modernisierter Form im Programm. Das erste von Robson produzierte Spielboot hörte damals auf den Namen Red Fred. Das Kerngeschäft ist mittlerweile die Herstellung von Touringbooten, Wildwasserboote nehmen etwa 20% der Jahresproduktion ein. Im Werk in Niederbayern kümmern sich 12 festangestellte Mitarbeiter um den reibungslosen Ablauf – von der Herstellung bis zum Vertrieb –, wobei in der Hauptsaison zweischichtig, in der Nebensaison einschichtig gearbeitet wird. Die Paddelproduktion hat man in die Tschechische Republik ausgelagert. Wie man hört, soll in Zukunft ein Teil davon aber wieder im bayerischen Stammwerk produziert werden.

Doch zurück zum eigentlichen Thema, meinem Besuch. Im Vertriebsbüro werde ich äußerst freundlich von Karl Fischer, dem Kompagnon von Robert Sommer bei der Mega Sports Vertriebs GmbH, empfangen. Er ist mein heutiger Ansprechpartner (Robert Sommer hatte leider einen auswärtigen Geschäftstermin) und wird mich in die Geheimnisse des Bootsbaus einführen. Zunächst führt unser Weg vorbei an der Abteilung für den Canadierbau aus dem High-End-Werkstoff »Amerlite« sowie an der Modellbau-Abteilung, in der die Formen für die Boote erstellt werden. Kurz vor der eigentlichen Produktionshalle fällt mein Blick auf ein Regal mit den Boots-Urformen, die dem Betrachter schon einen Eindruck vom späteren Endprodukt geben.

In der »heiligen« Halle der Herstellung schließlich steht ganz klar der riesige Ofen im Mittelpunkt. Dieser kann von zwei Seiten angefahren werden, wobei die Länge der herzustellenden Boote auf vier Meter beschränkt ist. Links und rechts des Ofens steht jeweils eine fahrbare Vorrichtung zum Befestigen von maximal zwei Bootsformen. So kann man in der Hochsaison auf der einen Seite zwei Boote auf einmal in den Ofen geben, während man auf der anderen Seite parallel dazu die nächsten beiden Bootsformen vorbereitet. Kommt die eine »Ladung« Boote fertig aus dem Ofen, kann die nächste Fuhre schon wieder auf die Reise in Richtung Wärmequelle geschickt werden.

Um den Ofen herum angeordnet findet man unter anderem die Entgratungs- und Montagestation sowie eine Lagerstätte für die fertigen Boote, die noch mit den Ausstattungsteilen komplettiert werden müssen.

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Ein ausführliches Porträt lesen Sie in der Ausgabe 01/2010 des kajak-Magazins. 

 

 

 

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