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Viva Venezia - Viva Vogalonga

Viele Paddler gehen auf Tour, um die Einsamkeit zu genießen, die auf zahlreichen Flussabschnitten herrscht. Um den »Vogalonga«-Event in Venedig sollten solche Leute daher lieber einen großen Bogen machen.

Für uns stand eine Paddeltour durch Venedig schon seit Jahren ganz oben auf dem Wunschzettel – und warum nicht im Rahmen der Vogalonga (italienisch für »lange Welle«)? Bei dieser Veranstaltung, die seit mehr als 30 Jahren an jedem Pfingstsonntag stattfindet, gibt es mit Sicherheit keine Einsamkeit, denn mehrere tausend Paddler, Ruderer und Gondolieri in mehr als 1.500 Booten machen dann Venedig selbst und die Lagune im weiteren Umkreis unsicher.

Erstaunlicherweise wollten selbst unsere sonst nicht so paddelbegeisterten Töchter mit nach Venedig, und das trotz der durchaus anspruchsvollen Streckenlänge. Mit insgesamt zwölf Teilnehmern, sechs Zweierkajaks und einem Bootsanhänger ging es dann auf Tour. Aus Kostengründen haben wir uns Hütten auf dem Campingplatz von Fusina gemietet; kein Strand, direkt neben Industrieanlagen, die schon bessere Zeiten erlebt haben, und einige Kilometer von Venedig entfernt. Für unsere Zwecke trotzdem optimal, da recht günstig, ordentliche Sanitäranlagen, problemlose Bootslagerung und für Gruppen gut geeignet.

Am Sonntag hieß es dann früh aufstehen – Start der Vogalonga vor dem Markusplatz war um 9 Uhr, und wir mussten schließlich erst einmal dorthin kommen. Eingesetzt wurde am Jachthafen direkt neben dem Campingplatz. Die dort vorhandene Rampe wollten zwar viele Paddler und Ruderer nutzen, trotzdem lief alles recht entspannt ab. Jedenfalls waren wir wie vorgesehen um 7.30 Uhr auf dem Wasser und unterwegs nach Venedig – meine Frau mit unserer ältesten Tochter in einem Zweierkajak und ich mit unserer mittleren Tochter in einem weiteren Zweier. An der Ausfahrt des Jachthafens hieß es erst einmal aufpassen, schließlich verläuft hier direkt vor dem Campingplatz die Schifffahrtsrinne zur Raffinerie Maghera und zum Chemiehafen Mestre – da werden häufiger echte Ozeanriesen von Hochseeschleppern vorbeigezogen, und die haben nicht nur Vorfahrt, sondern sind auch eindeutig stärker als Paddler. Direkt hinter diesem »Kanal« ist es dann wieder ungefährlich, teils ist das Wasser mitten in der Lagune nicht einmal 50 cm tief.

Streckenlänge der Vogalonga: 30 km; hinzu kommen ggf. noch An- und Abfahrt (in unserem Fall waren das dann insgesamt 45 km).

Anforderungen: Auch wenn viele Begleitboote dabei sind: Großgewässererfahrungen sollten vorhanden sein. Schwimmwesten sind zwar nicht vorgeschrieben, aber sehr zu empfehlen. Die Boote sollten unsinkbar sein. Eine Gewässerkarte für die Lagune hat der Autor nicht gefunden, aber sowohl der Hinweg nach Venedig als auch der Rückweg zum Campingplatz sind bei Paddeln per Sicht unproblematisch. Für Venedig selbst wurde ein ganz gewöhnlicher Stadtplan für die Orientierung verwendet.

Weitere Infos: www.vogalonga.it und www.vogalonga.de

Campingplatz: www.campingfusina.com (auch in Englisch)

Für »Venedig zu Fuß« kann man entweder von Fusina aus mit dem Vaporetto (Wasserbus) direkt nach Venedig fahren (pro Person 10 Euro) oder mit dem Auto bis Venedig fahren und auf der vorgelagerten Parkplatzinsel parken (pro Tag 20 bis 24 Euro).

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Einen ausführlichen Bericht und weitere Tourenvorschläge lesen Sie in Ausgabe 02/2009 des kajak-Magazins.

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