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Surfspaß auf See und Meer – Wellenreiten mit dem Kajak - Von Luft, Mut und Waschmaschinen

Ich möchte die »zweite Art« des Surfens in die Brandungszone legen. Hier funktioniert alles wie beim Streckensurfen auf dem See, nur dass die Wellen größer, schneller und »fieser« werden können. Es muss einem bewusst sein, dass die Brandung kein harmloser Spielplatz ist und gefährlich werden kann, woraus eine wichtige Weisheit resultiert:

Paddle niemals allein in die Brandung! Doch bevor wir uns in die Brandung wagen, sollten wir die Wellenverkehrsregeln kennen. Wellenreiter und Windsurfer haben den »Spielplatz Welle« schon lange vor uns entdeckt und die seit Jahrzehnten gültigen »Wellenverkehrsregeln« entwickelt. Wer ohne ihre Kenntnis in Revieren mit anderen Wassersport-Teilnehmern surft, handelt so, als würde er sich in England ins Auto setzen und ohne Wissen um den Linksverkehr schnurstracks in den nächsten Unfall sausen.

Die Surfregeln lauten:

• Wer rausfährt, hat Vorfahrt, da er sich in der schwächeren Position befindet. Allerdings vermeidet der Rausfahrende unbedingt, durch unbedachtes Verhalten (Rausfahren an der falschen Stelle) den Wellenritt eines anderen zu stören.

• Wenn zwei auf einer Welle sind, hat der Surfer, der näher am brechenden Teil der Welle ist, das »Recht« auf die Welle. Der andere muss die Welle aufgeben.

• An besonders beliebten Surfplätzen gibt es eine »Wellenreiter-Warteschlange« auf dem Wasser. Hier sollte man sich einreihen, auch wenn man als Kajakfahrer viel mehr Wellen anpaddeln könnte.

Diese Regeln basieren auf den Gegebenheiten der Surfbretter, die im Surf auf der  Welle extrem manövrierfähig sind und der Surfer jederzeit entscheiden kann, in welche Richtung er fährt – auf dem langsamen Weg raus durch die Brandung aber praktisch nicht reagieren kann. See- und Wildwasserkajaks sind aber fast das genaue Gegenteil. Einmal im Surf, sind sie kaum von ihrer mehr oder weniger geraden Bahn abzubringen. Man könnte also schlimmstenfalls querschlagen und wie ein Baumstamm durch eine Gruppe von schwimmenden Wellenreitern getrieben werden. Das bedeutet, Seekajak- und Wildwasserbootfahrer brauchen wesentlich mehr Platz als Wellenreiter und Windsurfer. Sind zu viele Wellenreiter auf dem Wasser, suchen wir uns lieber einen anderen Platz. Aus dem gleichen Grund gilt es auch, von seinem Paddelkollegen ordentlich Abstand zu halten, sonst sind Material- oder Knochenbruch vorprogrammiert.

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Einen ausführlichen Bericht und weitere Tourenvorschläge lesen Sie in den Ausgaben 01 - 03/2009 des kajak-Magazins.

 

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