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Die Volkacher Mainschleife – Paddeln, Wein, fröhlich sein

Wer entlang der Volkacher Mainschleife paddelt, erlebt das fränkische »Périgord«. Reine Natur, malerische Fachwerkdörfer sowie alte Weinorte wie Volkach, Escherndorf und Sommerach prägen diese Region. Detlef Stöcker stellt eine Tour für »Gourmets« vor.

Am Mainufer von Eisenheim, nahe dem Fähranleger, setze ich mein Kanu ein. Vor mir liegen etwas mehr als 20 Kilometer Flußwanderung, die bei Kennern der Region als Geheimtipp gehandelt werden. Mit der Fertigstellung des Kanal-Durchstichs zwischen Volkach und Münsterschwarzach wurde dem Main ein Stück Natur zurückgegeben, auch wenn der Wasserstand, bedingt durch den Schiffsverkehr am Stichkanal, besonders in trockenen Sommern starken Schwankungen unterworfen ist.

Die ersten Kilometer folge ich dem Main, der hier noch als Großschifffahrtsstraße dient, in Talfahrt. Bis zum rechtsufrig gelegenen Ort Fahr zieht der Main durch eine von Landwirtschaft geprägte Region. Danach prägen die sanften Hänge mit sonnendurchfluteten Weinlagen zu beiden Seiten des Ufers das Weichbild. Hier auf dem Grund einer in erdgeschichtlich fernen Tagen tropischen Lagune, bildeten die fossilen Kalkablagerungen den Muschelkalkstock, der die Höhen zu beiden Ufern des Mains bildet. Die Region gilt als sonnendurchflutet und regenarm, und so erfreut sich auch der Paddler an dem milden Klima der Region. Geordnet und in langen Reihen, zieht das frische Grün der Weinstöcke bergan. Bald schon erreiche ich Volkach.

Tourentipps

Während der Spargelzeit oder zur Weinlese lohnt diese kurze Kanutour am meisten. Von Mai bis in den Juni gedeiht im sonnigen Bereich der Weinberge der herrliche Sommeracher Spargel, ein Glas Frankenwein dazu, beides zusammen ein Traum für Genießer! Auf eine lange Tradition blicken die so genannten Häcker- oder Heckenwirtschaften zurück, als deren Erfinder Karl der Große gilt. Seit damals ist es Winzern und Obstbauern per Gesetz erlaubt, während eines begrenzten Zeitraums bei sich zu Hause ihre selbst erzeugten Weine zu servieren, meist begleitet von einer deftigen Brotzeit. Der Ausschank wird durch das Aushängen eines bunten Straußes, Besens oder Kranzes angezeigt – deshalb sind auch Bezeichnungen wie beispielsweise Strauß-, Besenund Kranzwirtschaft geläufig. Sommerach gilt als das »schönstgebaute Dorf Frankens«. Auf der romantischen Weininsel verbirgt sich hinter einer gut erhaltenen Wehrmauer mit Türmen und Toren aus dem 15. und 16. Jahrhundert ein zauberhafter Ortskern, der den Besucher in eine weit zurückliegende Zeit versetzt: Gässchenweise barocke Bürgerhäuser, fachwerkgeschmückte Winzerhöfe und die spätgotische Pfarrkirche mit Juliusturm. Außerhalb der Mauern lädt der interessant erstellte Weinrebsorten-Lehrpfad zu einem erkenntnisreichen Spaziergang ein.

Einen ausführlichen Bericht und weitere Tourenvorschläge lesen Sie in Ausgabe 06/2010 des kajak-Magazins.

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