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Orust - eine gemütliche Urlaubsrunde an Schwedens Westküste

Für seinen Sommerurlaub hat sich Jörg Knorr die Umrundung von Orust, Schwedens drittgrößter Insel, vorgenommen. Mit einkalkuliert sind noch kleine »Sondertouren« in die äußeren Schären sowie Spazier- und Erkundungsgänge auf der Insel – ein rundum abwechslungsreiches Programm. 

Es regnet. Nicht besonders stark, aber anhaltend. Genauer gesagt seit etwa 11 Uhr. Das Gute an der Sache ist, dass wir (meine Frau Kerstin und ich) losgepaddelt sind, bevor die ersten Tropfen fielen und so die Ausrüstung trocken verstauen konnten. Außerdem hört es bestimmt bald auf. Wir sind in Unda, einem kleinen Hafen südwestlich von Uddevalla, zu unserem diesjährigen Sommerurlaubstrip gestartet, um in etwa zehn Tagen Schwedens drittgrößte Insel zu umrunden. Um die 100 km sind es ein Mal um Orust. Mit diesem großzügigen Zeitpolster wird genug Spielraum für kleine Abstecher in den äußeren Schärengarten, Spaziergänge durch Fischerdörfer oder einfach Erkundungsgänge auf den Inseln bleiben. Wir haben weder feste Tagesziele noch irgendwelche Verabredungen. In unseren Kajaks steckt genug zu essen für zwei Wochen. Unabhängiger kann man kaum sein, und auch das Wetter kann eigentlich nur besser werden – so hoffen wir jedenfalls. 

Wind vom Skagerrak

Die Nordwestküste von Orust ist sehr abwechslungsreich. Mal passieren wir flache glatte Felsen, dann wieder üppig grün bewaldete Uferabschnitte oder senkrecht ins Wasser abfallende Felsen. Immer wieder paddeln wir auf die nächste Ecke zu, um mehr vom fjordartigen Gewässer zwischen Bokenäs und Orust zu entdecken. Dann endlich nähern wir uns der offenen See. »Ist das hier die Ostsee oder schon die Nordsee?«, fragen wir uns. Wir dürften im Grenzbereich zwischen beiden Meeren sein. Da wir nördlich von Skagen sind, wo Ost- und Nordsee aneinander grenzen, entscheide ich mich für Nordsee. Ist auch egal. Hauptsache Meer. Die Karte gibt mir dann aber doch Gewissheit. Wir sind im Skagerrak und damit tatsächlich auf der Nordsee. 

Bei Islandsberg empfängt uns ein kräftiger NW-Wind. Die vom Steilufer reflektierten Wellen lassen unsere Boote wild auf den Wellen tanzen. Wir ziehen uns wieder ein Stück zurück und suchen einen geschützten Lagerplatz. Morgen wird es sicher ruhiger. Manchmal muss man vom Wetter zu seinem Glück gezwungen werden. In einer einsamen Bucht finden wir ein idyllisches Plätzchen, das genug Platz für unser Zelt bietet. Die Gegend kann kaum schöner sein. Die uns umgebenden Felsen schreien förmlich danach, erkundet zu werden.

So mache ich mich auch gleich auf Schatzsuche. Mit meinem GPS Gerät steuere ich den nächsten Geocache an, der keine 600 Meter entfernt liegt. Über die Hügel kletternd, bietet sich außerdem ein malerischer Blick Richtung Nordsee und umliegende Inseln. Es ist zauberhaft schön. Von meiner Schatzjagd zurückgekehrt, geselle ich mich zu Kerstin. Ein Felsen bietet uns eine hervorragende, ergonomisch geformte Rückenlehne. Dort sitzend, verbringen wir den Abend in unsere Bücher vertieft bis zum Abendbrot.

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Einen ausführlichen Bericht und weitere Tourenvorschläge lesen Sie in der Ausgabe 6/2012 des kajak-Magazins. 

 

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