Aktuelle Ausgabe

Beiträge

Galicien

Jakobsweg und wilde Flüsse

Hape Kerkeling hat mit seinem Buch über den Jakobsweg vielen Menschen Galicien ins Bewusstsein gebracht. Auch bei den Wildwasserpaddlern ist dieser nordwestliche Teil Spaniens längst zum Anlaufpunkt geworden. Thomas Schmidt kennt jedoch Stellen, die noch wenig frequentiert sind.

Galicien ist eine autonome Gemeinschaft im Nordwesten Spaniens. Sie gliedert sich in die vier Provinzen A Coruña, Lugo, Ourense und Pontevedra. Im Norden grenzt Galicien an das Kantabrische Meer, im Westen an den Atlantischen Ozean, im Süden an Portugal und im Osten an die spanischen autonomen Gemeinschaften Kastilien-León und Asturien.

Prägend für die Region sind hohe Bergketten, die Galicien vom Rest Spaniens abschotten. Mehr als die Hälfte des Gebiets liegt über 400 m hoch. Die höchste Erhebung ist mit 2.127 m die Pena Trevinca. Interessant ist zudem der ausgeprägte Küstenverlauf Galiciens: Mit einer Gesamtlänge von rund 1.659 km, von denen über 800 km aus Steilküste und rund 300 km aus Strandabschnitten bestehen, umfasst dieser rund ein Drittel der spanischen Küste. Die Gesamtfläche Galiciens liegt bei 29.574 qkm, die Einwohnerzahl bei 2.771.341.

Galicien ist inzwischen nicht mehr der absolute Geheimtipp für Freunde der steilen Bäche, ebenso wenig wie für Jakobswegpilger. Das Buch »Ich bin dann mal weg« von Hape Kerkeling hat diese spanische Region ins Bewusstsein vieler gerückt. Das für den Paddler entscheidende Buch heißt aber »Kayak en Galicia«. Durch die Lektüre angeregt, haben viele Neugierige inzwischen die meisten bekannten Wildwasser in Spaniens abgelegenem Nordwesten erkundet. Doch es gibt eine entlegene Ecke an der Nordküste Galiciens und im Westen Asturiens, an der weithin unbekannte wilde Gewässer auf neugierige Paddler warten. Die Flüsse dort haben insgesamt leichtere Wildwasserabschnitte als die steilen Rinnen weiter im Süden. Daher ist dieses Revier auch für Paddler geeignet, die nicht nur technisch schwieriges und anspruchsvolles Wildwasser suchen. In den niederschlagsreichen Monaten von November bis April ist Wildwassersaison (komplett vom Regen abhängig), die Temperaturen sind dann sehr schwankend. Die Bäche liegen jedoch meist in Küstennähe, daher sind Tagestemperaturen von über 14°C. keine Seltenheit. Allein schon landschaftlich und kulinarisch ist der Norden Spaniens eine Reise wert.

 Einsame Sandstrände, verschlafene Fischerdörfer und gutes Essen weitab der Touristenströme sind hier allgegenwärtig. Das Kantabrische Gebirge und seine Ausläufer sind immer in Sichtweite und laden zu interessanten Trekkingtouren ein. Außerdem gibt es hier noch zwei unbekanntere Jakobswege, den »Camino del Norte« entlang der Nordküste und den »Camino Primitivo« durchs Gebirge. Während sich auf dem klassischen Jakobsweg, dem »Camino Francés«, die Pilger inzwischen gegenseitig auf die Füße treten, kann man gerade auf dem Camino Primitivo die absolute Ruhe und Einsamkeit des Kantabrischen Gebirges genießen. Mountainbike-Freunde kommen hier ebenfalls voll auf ihre Kosten, eine gewisse Fitness vorausgesetzt, denn es gilt, nicht unwesentliche Höhenunterschiede zu überwinden.

...

Einen ausführlichen Bericht und weitere Tourenvorschläge lesen Sie in Ausgabe 06/2010 des kajak-Magazins.

Share